21.07.2006
Herausgeber: netzeitung.de
Von der Sperrung betroffen: Website "hinduunity.org"
Foto: hinduunity.org
Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Die indische Regierung hat die Provider des Landes angewiesen, fast alle vor einer Woche gesperrten Blogs und Websites wieder freizuschalten. Glaubt man ihr, war alles nur ein Missverständnis.
Fast alle vor einigen Tagen gesperrten Blogs und Websites sollen in Kürze wieder von Indien aus erreichbar sein. Das kündigte die indische Regierung an.
Am 13. Juli hatte das indische Department of Telecommunication die Provider angewiesen, Zugänge zu Seiten zu unterbinden, auf denen man abfällige Äußerungen über den Islam und den Propheten Mohammed gelesen zu haben glaubte. Man habe, so die Erklärung, verhindern wollen, dass das ohnehin komplizierte Verhältnis zwischen Hindus und Moslems im Land durch Provokationen belastet werde.
«blogspot.com» nicht mehr erreichbarAllerdings waren durch die Sperrung seitdem ganze Blog-Communities mit tausenden von Weblogs, wie etwa «blogspot.com», nicht mehr erreichbar die Provider hatten die ganze Domain blockiert, obwohl sich die Sperrungsverfügung nur auf wenige einzelne Unterseiten bezogen hatte.
«Die Service Provider sind gebeten worden, der Order vom 13. Juli genau nachzukommen und ungehinderten Internetzugang sicherzustellen, ausgenommen nur die Websites, die von uns ausdrücklich erwähnt wurden», heißt es in einem Statement des Departments, aus dem die Nachrichtenseite «Dailyindia.com» zitiert. Was die Provider getan hätten, sei das Gegenteil von dem, was die Behörden hätten erreichen wollen.
Trotz der neuen Regierungsorder bleibt das Internet in Indien ein zensiertes Medium. (nz)