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Bushs Kanzler-Massage wird Internet-Hit

21. Jul 2006 10:08
Bush massiert Merkel - Screenshot aus dem 'youtube'-Clip
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Die Nacken-Massage von US-Präsident Bush für Kanzlerin Merkel beim G8-Gipfel ist im Internet zu einem Hit geworden. Blogger lästern, Bush sei wie der betrunkene Onkel auf einem Familienfest.

Es geschah beim G8-Gipfel in St. Petersburg vor knapp einer Woche: Plötzlich stand US-Präsident George W. Bush hinter der deutschen Kanzlerin und legte Hand an ihren Nacken. Die wiederum, sichtlich überrascht, zuckte zusammen und reagierte mit einem Lächeln, über dessen Wahrhaftigkeit spekuliert werden darf.

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Zeitungen präsentierten die Szene als Bildstrecke, trotzdem wurde aus dem Thema in Europa kein Dauerbrenner. Doch ganz anders in den USA: Die Fotos sowie ein fünf Sekunden langes Video, die kurz nach der Massage-Attacke auf «youtube.com» und in diversen Blogs veröffentlicht wurden, hätten sich zu einem der meist angesehenen und kommentierten Fundstücke im amerikanischen Internet entwickelt, meldete der Fernsehsender «ABC» auf seiner Website.

Als «drive by sexual harrassment», also als sexuelle Belästigung im Vorbeigehen, bezeichnet eine Bloggerin namens «Shaianne» den Vorgang in ihrem Weblog. «Was zum Teufel passiert da? Bekommen die Martinis in der Kaffeepause?»

«Deutsche haben soziale Tabus»

Xeni Jardin, ein weiterer Blogger, nimmt die Massage als Anlass für einen Exkurs zum Thema «Sitten und Gebräuche in Deutschland»: «Auch wenn es in Deutschland weniger Privatsphäre als in den USA gibt, so haben die Deutschen doch soziale Tabus, was Berührungen angeht, speziell an einem so öffentlichen Ort wie dem G8-Treffen. Deutsche mögen davon besessen sein, Hände zu schütteln, aber es ist ein sehr kurzes Schütteln. (…) (Bushs) Art der Berührung ist nur etwas für - sehr - enge Freunde im privaten Rahmen.»

In dem Blog «firedoglake.com» schließlich wird Bushs Attacke zu einer Wahlplakat-Parodie für die Demokraten, im Eintrag dazu heißt es: «'Geliebter Führer' hat auf dem diesjährigen G8-Treffen gezeigt, wie er wirklich ist. Er ist wie unser betrunkener Onkel auf dem Familien-Barbecue; er beleidigt die Nachbarn, unterbricht Gespräche, stolpert über die Tiere, bis er schließlich laut und gewalttätig anfängt, in die Yuccapalme zu kotzen und seine Frau eine dumme Kuh nennt, weil sie zugelassen hat, dass er sich so betrinkt.» Die Reaktion der Kanzlerin beschreibt der Blogger als «durch die Zähne hindurch lächeln» oder auch «lächeln, um nicht schreien zu müssen.» (nz)

 
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