19.07.2006
Herausgeber: netzeitung.de
Von Sperrung betroffen: 'hinduunity.org'
Foto: hinduunity.org
Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Internet-Provider sperren in Indien insgesamt 17 Blogs - auf Anweisung der Regierung. Warum, blieb unklar.
Die indische Regierung hat die Internet-Provider des Landes angewiesen, den Zugang zu insgesamt 17 Weblogs zu sperren. Eine Begründung für die Maßnahme wurde nicht gegeben.
Wie die «BBC» auf ihrer Website berichtet, sind von den Sperrungen unter anderem ein anti-kommunistisches Blog betroffen sowie eines, das dem hindu-nationalistischen Spektrum zuzuordnen ist. Schon in der Vergangenheit hatte die indische Regierung immer wieder Sperrungsverfügungen erlassen, allerdings noch nie so viele auf einen Schlag, in der Regel wurden zuvor vor allem pornographische Sites gesperrt.
Proteste aus der SzeneQua Gesetz hat sich die Regierung das Recht gegeben, Seiten blockieren zu lassen, wenn deren Inhalte die Souveränität oder Einheit Indiens berühren, die Sicherheit des Staates, die Beziehungen zu befreundeten Nationen oder wenn auf ihnen zu Gesetzesübertretungen angestiftet wird alles ausgesprochen dehnbare Definitionen.
Die Blogger-Szene hat mit Protesten auf die Sperrungen reagiert: «Wir wollen Antworten», schreibt etwa der Blogger Dina Mehta. «Hat die Regierung Mist gebaut? Oder muss man von Zensur sprechen? Bei all unseren Problemen in Indien war ich bisher naiv genug zu glauben, dass ich immer frei sein würde, mir Gehör zu verschaffen.»
Zur allgemeinen Verwirrung tragen auch Blogger bei, die berichten, dass auch andere Weblogs nicht mehr erreichbar sind, obwohl sie sich nicht auf der Regierungsliste fanden. Indien habe «sich dem Internet-Filterungs-Verein von China, Saudi-Arabien, Pakistan und Äthiopien angeschlossen», meint dazu Amit Agarwal in seinem Weblog. Ein anderer, Abhisnek Bakshi, hat zwei Petitionen eingereicht, in denen er von der Regierung Antworten zu den Sperrungen verlangt. (nz)