netzeitung.deZidane-Kopfstoß Renner im Internet

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Online-Spiel "Hit it like Zidane" Screenshot: NZ (Screenshot: NZ<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Online-Spiel "Hit it like Zidane" Screenshot: NZ
Screenshot: NZ
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Er ist das Thema der Woche, natürlich auch im Internet: Zidanes Kopfstoß. Zahlreiche Videos und Spiele stehen den Nutzern zur Verfügung.

Zinédine Zidanes Kopfstoß im WM-Finale hat in Windeseile das Internet erobert: In interaktiven Spielen, kurzen Spielfilmen und Videos geistert der französische Spielmacher durchs Netz, ebenso wie sein Opfer, der italienische Verteidiger Marco Materazzi.

Auffallend ist, dass Zidane in der Cyber-Community trotz seines brutalen Aussetzers eher Sympathie als Verachtung entgegen gebracht wird. Materazzi dagegen wird als «Dirtiest Defender» (dreckigster Verteidiger) verunglimpft. Besonders beliebt sind die Spiele, in denen man den Kopfstoß Zidanes per Mausklick auslösen kann. Wahlweise hat man die Aufgabe, so viele Materazzis wie möglich mit einem Kopfstoß umzuhauen, oder durch möglichst viele Stöße ein ganzes Heer italienischer Verteidiger auszuknocken. Am Ende erhält Zidane - wie in der 110. Minute des Endspiels - die rote Karte.

Die zeitgemäße Problemlösung
Das populärste Video bei Youtube.com war am Mittwoch der Beitrag «A New Way to Solve Problems» aus Österreich. Darin werden ein Dutzend zufällige Straßenbegegnungen nachgestellt, die alle das gleiche Ende nehmen: Eine Person geht nach einem Kopfstoß zu Boden. Etwa, als ein Tourist mit einer Straßenkarte einen Fahrradfahrer nach dem Weg fragt. Der Radfahrer steigt ab und schaut auf die Karte, weiß aber keinen Rat. «Du kannst mir nicht helfen?», fragt der Tourist. Und schon schießt sein Kopf in die Brust des Radlers.

600.000 Menschen haben sich das Video angeschaut, und viele hinterließen Kommentare, in denen sie ihre Sympathie für Zidane zum Ausdruck brachten. Auch die Videoproduzenten erklärten sich solidarisch mit dem Franzosen: «Wir sind nicht gegen Zidane, er ist immer noch der Beste.»

Kein Mitleid für Materazzi
Das Mitleid mit Materazzi hält sich in Grenzen. In einem Spiel geht er nach dem virtuellen Kopfstoß nicht zu Boden, sondern in Flammen auf. Am Donnerstag schaffte es eine aufwändige, mit Rapmusik unterlegte Collage der brutalsten Fouls des Verteidigers auf Platz 1 der Google-Video-Charts. Die Kommentare lassen an Eindeutigkeit nicht zu wünschen übrig: Der Italiener wird als «Mater-Nazi» und Mafia-Sprössling beschimpft, der den Kopfstoß von Zidane durchaus verdient hat. «Danke Zizou» schreibt ein weiterer Kommentator zu dem Video. (nz)