13. Jul 2006 12:53, ergänzt 15. Jul 2006 00:06
Er ist das Thema der Woche, natürlich auch im Internet: Zidanes Kopfstoß. Zahlreiche Videos und Spiele stehen den Nutzern zur Verfügung.
Zinédine Zidanes Kopfstoß im WM-Finale hat in Windeseile das Internet erobert: In interaktiven Spielen, kurzen Spielfilmen und Videos geistert der französische Spielmacher durchs Netz, ebenso wie sein Opfer, der italienische Verteidiger Marco Materazzi. Auffallend ist, dass Zidane in der Cyber-Community trotz seines brutalen Aussetzers eher Sympathie als Verachtung entgegen gebracht wird. Materazzi dagegen wird als «Dirtiest Defender» (dreckigster Verteidiger) verunglimpft. Besonders beliebt sind die Spiele, in denen man den Kopfstoß Zidanes per Mausklick auslösen kann. Wahlweise hat man die Aufgabe, so viele Materazzis wie möglich mit einem Kopfstoß umzuhauen, oder durch möglichst viele Stöße ein ganzes Heer italienischer Verteidiger auszuknocken. Am Ende erhält Zidane - wie in der 110. Minute des Endspiels - die rote Karte.
Das populärste Video bei Youtube.com war am Mittwoch der Beitrag «A New Way to Solve Problems» aus Österreich. Darin werden ein Dutzend zufällige Straßenbegegnungen nachgestellt, die alle das gleiche Ende nehmen: Eine Person geht nach einem Kopfstoß zu Boden. Etwa, als ein Tourist mit einer Straßenkarte einen Fahrradfahrer nach dem Weg fragt. Der Radfahrer steigt ab und schaut auf die Karte, weiß aber keinen Rat. «Du kannst mir nicht helfen?», fragt der Tourist. Und schon schießt sein Kopf in die Brust des Radlers.600.000 Menschen haben sich das Video angeschaut, und viele hinterließen Kommentare, in denen sie ihre Sympathie für Zidane zum Ausdruck brachten. Auch die Videoproduzenten erklärten sich solidarisch mit dem Franzosen: «Wir sind nicht gegen Zidane, er ist immer noch der Beste.»