Physiker bauen Rechenschieber aus Atomen
12.07.2006
Herausgeber: netzeitung.de
Die Gruppe um Arno Rauschenbeutel kühlte die Cäsiumatome auf weniger als ein tausendstel Grad Celsius über dem absoluten Nullpunkt (-273,15 Grad Celsius) ab, so dass die Teilchen sich fast nicht mehr bewegten, und lud sie auf ein «Förderband» aus Laserstrahlen um. Dabei handelt es sich um eine stehende Lichtwelle aus vielen Bergen und Tälern, vergleichbar mit einem Stück Wellpappe, wie die Forscher im britischen Fachblatt «Nature» erläutern. In welchem Wellental die Atome landeten, sei allerdings dem Zufall überlassen, berichtete Rauschenbeutel.
Daher haben die Forscher das beladene Förderband in Bewegung gesetzt und falsch liegende Atome zu einer »Pinzette« aus weiteren Laserstrahlen gebracht. Die Pinzette pickt die Atome vom Band und setzt sie so wieder ab, dass sie genau den gewünschten Abstand voneinander haben. »Um auf diese Weise sieben Atome zu sortieren, benötigen wir etwa zwei Sekunden«, sagte Rauschenbeutel. Als nächsten Schritt planen die Bonner den Bau eines so genannten Quantengatters, eines logischen Bausteins für Quantencomputer. (nz)

