«Rocketboom»-Frontfrau verlässt Videoblog
Die 24-jährige Videobloggerin Amanda Congdon moderierte von New York aus das erfolgreiche Videoblog «Rocketboom». Jetzt will sie lieber in Los Angeles wohnen, was zum Zerwürfnis mit ihrem Geschäftspartner führte. Beide wollen weiter bloggen - jeder für sich.
«Rocketboom» ist für die flirrige Internet-Szene der USA so etwas wie die «Tagesschau» in der seriösen deutschen Nachrichtenwelt. Oft setzte sich Amanda Congdon vor eine Weltkarte und erzählte, was sie bei ihren Surfgängen wieder Aufregendes oder Merkwürdiges entdeckt hatte. Irgendwann muss sie auch Hollywood entdeckt haben - oder umgekehrt. Jedenfalls verlangte Amanda von «Rocketboom»-Gründer Andrew Michael Baron, dass er sie nach Los Angeles ziehen lasse. Schließlich könnten die Videos dort genauso gut gedreht werden wie in New York.
Kein Wunder, dass ihr Abgang von «Rocketboom» hohe Wellen schlug. Bei technorati.com, der Suchmaschine, die täglich mehrere Millionen Blogs auswertet, war «Rocketboom» zwei Tage lang an der Spitze der meist genannten Begriffe. Nach der Trennung ging Amanda Congdon in die Offensive, richtete einen Blog mit dem bezeichnenden Titel «Amanda Unboomed» ein, machte sich über die Zukunft von «Rocketboom» lustig und forderte alle Fans auf, ihr E-Mails zu schreiben.
Sorgen macht sich aber der im Streit zurückgelassene Partner. In dem Konflikt sei es um mehr gegangen als um den Umzug nach Los Angeles, den er im Prinzip unterstützt habe. Sie habe einfach die weitere Zusammenarbeit abgelehnt, und jetzt werde er eben ein neues Gesicht bei «Rocketboom» präsentieren. Dass er dabei ziemlich nervös sei, räumt Baron ein.
Amanda Congdon will mit dem Videoblogging weitermachen, in welcher Form auch immer. «Es geht mir nicht darum, am tollsten und berühmtesten zu sein», versichert sie. «Videoblogging ist so sehr ein Teil von dem, was ich bin. Da liegt einfach mein Herz. Es wäre komisch, jetzt damit aufzuhören.» (nz/dpa)

