netzeitung.deNur Regisseur darf Filme schneiden

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Tarantinos 'Pulp Fiction' - nicht familientauglich (Foto: Promo<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Tarantinos 'Pulp Fiction' - nicht familientauglich
Foto: Promo
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Eine kleine US-Firma entfernte Nacktheit und Gewalt aus DVDs und verkaufte sie dann als familiengerecht. Hollywoodstudios gingen gerichtlich dagegen vor - und bekamen vorerst recht.

Ein Gericht in Denver im US-Bundesstaat Colorado hat der Firma Cleanflicks Änderungen an Hollywood-Filmen untersagt: Das Entfernen von Sex- und Gewaltszenen oder Flüchen aus DVDs und Videos verletze das Urheberrecht und füge der künstlerischen Ausdruckskraft Schaden zu, befanden die Richter.

Der Richterspruch beendete einen dreijährigen Rechtsstreit zwischen Cleanflicks und Hollywood-Regisseuren sowie deren Filmstudios: Während das Unternehmen nach eigenen Angaben ein saubereres Bild von Amerika und familiengerechte Versionen von Hollywood-Filmen verkaufen wollte, sah die Gegenseite dadurch ihre Urheberrechte verletzt.

Unter den klagenden Regisseuren befanden sich Robert Altman, Sydney Pollack, Robert Redford, Martin Scorsese, Steven Soderbergh und Steven Spielberg. Sie erwirkten, dass Cleanflicks die Aktivitäten sofort einstellen und das gesamte geschnittene Material an die Studios zurückgeben muss.

Cleanflicks sieht sich allerdings gemeinsam mit den Mitstreiter-Firmen Cleanfilm und Familyflix USA, die sich der Aktion angeschlossen hatten, durch die große Nachfrage an «sauberen» Filmen bestätigt und kündigte Berufung an. Das Gericht begründete sein Urteil damit, dass nur die Regisseure die Rechte an ihren Werken besäßen, und diese daher nicht beliebig verändert werden dürften. (nz)