07.07.2006
Herausgeber: netzeitung.de
Angriffsziel: Das US-Verteidigungsministerium bei Google Maps
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Das britische Innenministerium hat entschieden, einen Briten an die USA auszuliefern. Der war in Rechner des US-Militärs eingedrungen - angeblich, um Beweise für Ufos zu finden.
Großbritannien will den Pentagon-Hacker, Gary McKinnon, an die Vereinigten Staaten ausliefern. Das Innenministerium hat jetzt entschieden, dass für eine Überstellung des Briten keine Hinderungsgründe vorliegen.
Ausgerechnet am 4. Juli, dem amerikanischen Unabhängigkeitstag, fällte das Ministerium eine entsprechende Entscheidung, nachdem die britische Justiz vorher keinen Grund gesehen hatte, McKinnon auf der Insel vor Gericht zu stellen deshalb, weil der Hacker niemals einen britischen Rechner attackiert hatte.
Der 40-Jährige aus London wiederum wäre lieber in seinem Heimatland vor den Richter getreten. In den USA drohen ihm bis zu 70 Jahre Haft. Seine Anwälte hatten sogar die Befürchtung geäußert, McKinnon drohe ein militärisches Sondergericht und die Inhaftierung in Guantanamo Bay.
«Besorgt und im Stich gelassen»In den Jahren 2001 und 2002 war McKinnon in diverse Rechner des US-Verteidigungsministeriums, der US Army, der Airforce und der Nasa eingedrungen. Die Behörden in den Vereinigten Staaten beziffern den Schaden auf rund 700.000 Dollar nicht in Zahlen festzumachen ist der Image-Schaden, den McKinnon angerichtet hatte, da er mit seinen Attacken zeigte, dass es um die Sicherheit sensibler Daten zu dieser Zeit nicht besonders gut bestellt war.
Unter anderem soll einer der Angriffe zum Ausfall eines Systems von 300 Computern auf einer Militärbasis in New Jersey geführt haben, einem anderen Angriff seien angeblich sogar rund 2000 Rechner zum Opfer gefallen. Gegenüber der britischen Zeitung «The Guardian» erklärte McKinnon, er sei «sehr beunruhigt und fühle sich von seiner Regierung im Stich gelassen.» Gegen die Entscheidung will er Rechtsmittel ergreifen.
Der Hacker hatte nach seiner Entdeckung stets betont, es sei ihm nie um Zerstörung, finanzielle Vorteile oder Politik gegangen bei seinen Einbrüchen habe er Beweise finden wollen, dass Außerirdische existieren und dass das US-Militär Kontakt mit ihnen hatte. (nz)