netzeitung.deMilliarden-Betrug bei Klick-Werbung

 Herausgeber: netzeitung.de

Betrügereien mit Pay-per-Klick-Werbung im World Wide Web bringen US-Unternehmen dazu, ihre Aktivitäten in diesem Bereich zu reduzieren. Eine Studie sieht sogar die Geschäftsmodelle von Google und Co. in Gefahr.

Die Abrechnung von Online-Werbung kommt durch Betrügereien zunehmend unter Druck. Das zeigen nicht nur entsprechende Klagen gegen Google oder Yahoo, sondern auch die Zahlen der Marktforscher des Instituts Outsell. Demnach haben viele Werbetreibende in den USA ihre Aktivitäten im Bereich der Pay-per-Klick-Werbung bereits zurückgefahren oder ganz gestoppt.

Anbieter wie Google blenden Werbung auch auf den Seiten von Dritten ein. Klickt ein User auf einen Werbe-Link auf deren Website, dann erhält der Seitenmacher Geld – je mehr, je mehr Klicks auf die Werbung es gab. Betrügerische Seiten-Macher nutzen das aus, etwa dadurch, dass sie die wertvollen Klicks von Computerprogrammen simulieren lassen.

Google änderte Bezahl-Modell
Outsell schätzt den Schaden, der durch diesen Betrug entsteht, auf rund 1,3 Milliarden Dollar. «Click Fraud» sei damit ein ernsthaftes Problem für die Geschäftsmodelle der großen Suchmaschinen. Googles Schritt, Werbung nicht mehr nur nach Klicks abzurechnen, wurde schon als mögliche Reaktion auf diese Gefahr gesehen.

Rund 400 Werbetreibende hat Outsell für seine Studie befragt. Rund 27 Prozent haben ihre Aktivitäten im Bereich der Klick-Werbung bereits heruntergefahren, im Schnitt um 33 Prozent. Etwa 16 Prozent haben die Online-Werbung sogar vollständig gestoppt und weitere zehn Prozent wollen ihre Budgets kürzen.

Im Schnitt kalkulieren die Werbetreibenden, dass 14,6 Prozent der berechneten Klicks auf Klick-Betrug zurückgehen. Das entspricht einem Volumen von rund 800 Millionen US-Dollar anhand der Zahlen von 2005. 500 Millionen Dollar gehen den Werbe-Plattformen dadurch verloren, dass Unternehmen gar keine Klick-Werbung mehr schalten. (nz/Golem.de)