netzeitung.deKlage wegen gefälschter Konzert-Karten

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Depeche Mode (Foto: PR<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Depeche Mode
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Ein Mann, der im großen Stil im Internet betrog, wird in Berlin vor Gericht gestellt. Er verkaufte unter anderem gefälschte Tickets für Konzerte von Depeche Mode.

Mann, der im Internet betrogen und unter anderem gefälschte Konzertkarten von Depeche Mode vertrieben haben soll, muss sich vor Gericht verantworten. Der 30- Jährige habe durch Geschäfte mit Autos, Modelleisenbahnen und gefälschten Konzerttickets mehrere 1000 Personen um rund eine halbe Million Euro erleichtert, teilte die Staatsanwaltschaft Berlin am Montag mit. Laut Anklage hat der aus Mülheim an der Ruhr stammende Mann seit 2002 fast 190 Straftaten, vor allem Betrug und Urkundenfälschung, begangen. Ein Termin für die mündliche Verhandlung vor der Großen Strafkammer am Landgericht Berlin steht noch nicht fest.

Je nach Bedarf habe sich der Mann der Personalien eines Obdachlosen bedient oder sich als Neffe eines bekannten Modedesigners ausgegeben. Im August 2002 verkaufte er über das Internet vier Autos für zusammen 168.000 Euro. Geliefert habe er sie allerdings nie. Im Dezember 2003 mietete der Angeklagte in Berlin angeblich für Fernsehaufnahmen drei Autos und veräußerte sie mit gefälschten Papieren für 45.000 Euro weiter. Über das Internet soll der er im Februar und März 2004 mehr als 160 Geschädigten Modellbahnartikel für insgesamt 115 000 Euro verkauft haben, ohne zu liefern.

Rund 180.000 Euro hat der Betrüger nach Überzeugung der Behörde im November und Dezember 2005 durch den Verkauf von etwa 3400 gefälschten Karten für Depeche-Mode-Konzerte erschwindelt. Mittels zweier gutgläubiger Internet-Agenten seien die Tickets zum Stückpreis zwischen 100 und 300 Euro verkauft worden. Die Ticket-Rohlinge soll der Mann als «Kurier» getarnt bei mehreren Verkaufsstellen erhalten haben. Gedruckt wurden die Tickets auf Spezial-Druckern, wie sie auch Ticket-Hersteller benutzen.

Als der Betrüger Mitte Dezember 2005 in einem Hotel am Potsdamer Platz festgenommen wurde, fand die Polizei auch eine durchgeladene Pistole. So muss sich der Angeklagte vor Gericht zudem noch wegen Verstoßes gegen das Waffengesetz verantworten. (nz)