Frankreich schwächt Urheberrecht ab
22.06.2006
Herausgeber: netzeitung.de
Die geplante Abschaffung des Kopierschutzes von Online-Musik in Frankreich erregte Aufsehen. Der jetzt beschlossene Gesetzentwurf nimmt dem Vorhaben jedoch die Schärfe.
Die französischen Abgeordneten haben sich am Donnerstag auf einen Gesetzentwurf zur Stärkung des Wettbewerbs im Online-Musikmarkt verständigt. Er wurde aber im Vergleich zu einer früheren Version deutlich abgeschwächt.
Das so genannte «iTunes-Gesetz» fordert ein Ende der exklusiven Datei-Formate, wie sie zum Beispiel die Musik-Shops von Apple und Sony verwenden, und mit denen illegale Kopien der online gekauften Musik verhindert werden sollen. Das Gesetz soll den Käufern die Wahl lassen, mit welchen Abspielgeräten sie ihre Dateien hören.
Die im iTunes-Shop von Apple gekaufte Musik lässt sich derzeit nur mit dem iPod von Apple abspielen. Apple nutzt für die Online erhältliche Musik das eigene Format FairPlay, die Alternative von Sony heißt ATRAC3.
Ein Schlupfloch lässt der neue Gesetzentwurf den Anbietern von Online-Musik jedoch: Nach dem neuen Gesetzentwurf haben sie die Möglichkeit, die neuen Regelungen zu umgehen, indem sie neue Verträge mit der Musikindustrie und den Künstlern vereinbaren. Der Abgeordnete Christian Vanneste erklärte bei der Vorlage des Entwurfs, das Recht von konkurrierenden Firmen ende «beim Willen der Rechteinhaber». (nz)