22.06.2006
Herausgeber: netzeitung.de
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Die Hintergründe der Razzia bei The Pirate Bay sind bekannt geworden: Die USA drohten der schwedischen Regierung, und die Betreiber des Bittorrent-Dienstes wurden beschattet.
Die USA haben der schwedischen Regierung im Vorfeld der Razzia bei der Bittorrent-Site The Pirate Bay mit Handelssanktionen gedroht. Der massive Druck löste die Polizeiaktion gegen den Provider, auf dessen Servern die Linksammlung lag, aus. Das berichtete der Fernsehsender SVT unter Berufung auf einen Staatssekretär aus Stockholm.
Bereits seit längerem hatte der US-Verband der Filmindustrie MPAA darauf gedrängt, dass Schweden The Pirate Bay abschaltet - was zunächst mit Hinweis auf fehlende rechtliche Grundlagen in der schwedischen Verfasssung abgelehnt wurde. Daraufhin drohte die amerikanische Regierung mit Sanktionen gemäß den Richtlinien der Welthandelsorganisation WTO. Nach der Razzia beim Provider von The Pirate Bay gab es heftige Kritik am schwedischen Justizminister Thomas Bodström.
The Pirate Bay beschattetAuch sollen die Betreiber von The Pirate Bay im Auftrag schwedischer MPAA-Anwälte mehrfach von Privatdetektiven beschattet worden sein sollen, wie einer von ihnen im Blog von The Pirate Bay schreibt.
Bei der Razzia hatte die schwedische Polizei nicht nur die The-Pirate-Bay-Server, sondern fast alle Rechner des Providers beschlagnahmt und damit unbeteiligte Unternehmen in Mitleidenschaft gezogen. Wie zu erwarten war, war The Pirate Bay allerdings schon kurz nach der Aktion wieder online, erst auf Ausweich-Servern in den Niederlanden, dann wieder direkt vom alten schwedischen Provider aus.
Bis jetzt haben die Aktionen die Popularität von der Site nur gestärkt: Sie hat nach eigenen Angaben mehr Zugriffe als je zuvor.(nz/Golem.de)