netzeitung.deRazzien schaden Tauschbörsen kaum

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Vorübergehend ist der Traffic gesunken, kurze Zeit später war wieder alles beim alten: Die Polizei-Aktionen gegen deutsche Tauschbörsen- Nutzer haben die Szene kaum beeindruckt.

Die jüngsten Schläge von Polizei und Staatsanwaltschaft lassen die Nutzer von Online-Tauschbörsen offenbar kalt. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Ipoque GmbH.

Ende Mai war bekannt geworden, dass die Staatsanwaltschaft Köln gegen 3500 Nutzer ermittelt, die über das Netzwerk der Tauschbörse Edonkey urheberrechtlich geschützte Dateien im Internet getauscht hatten.

Nach der Aktion sank der im Internet durch die Tauschbörsen verursachte Datenverkehr laut Ipoque kurzfristig um rund 15 Prozent. Bereits nach drei Wochen erreichte er allerdings wieder sein vorheriges Niveau.

Legales nur über Bittorrent
Derzeit liegt der Anteil von Tauschbörsen-Traffic am Internetverkehr der Studie zufolge in Deutschland zwischen 50 Prozent am Tag und 80 Prozent in der Nacht. Davon entfällt rund die Hälfte auf Edonkey und hier insbesondere Emule, eine Software, die ebenfalls auf dem Edonkey-Netzwerk aufsetzt. 45 Prozent werden von der Tauschbörse Bittorrent verursacht, etwa 2,5 Prozent auf Gnutella. Laut Ipoque wird dabei nur Bittorrent in nennenswertem Umfang zum Austausch von legalen Inhalten genutzt.

Musik- und Filmindustrie kämpfen seit Jahren gegen die Verbreitung urheberrechtlich geschützter Werke über Tauschbörsen und gehen aus diesem Grund auch verstärkt gegen Nutzer dieser Systeme vor. Doch die meisten Nutzer zeigen sich laut Ipoque-Studie davon unbeeindruckt.

Für die Studie wurden anonymisierte Daten genutzt, die Ipoque von deutschen Netzwerkbetreibern zur Verfügung gestellt wurden. Die Daten repräsentieren etwa 250.000 deutsche Internetnutzer. Die Messpunkte befinden sich hauptsächlich bei deutschen Providern mit vorwiegend Privatkunden und an einigen großen deutschen Universitäten. Golem.de