07.06.2006
Herausgeber: netzeitung.de
Die internationale Google-Seite soll von China aus nicht mehr erreichbar sein. Auch Anti-Zensur-Software sei lahmgelegt, berichtet eine Organisation, die sich für Journalisten weltweit einsetzt.
Die chinesischen Behörden haben offenbar eine neue Offensive in Sachen Internet-Zensur gestartet. Die internationale, unzensierte Version der Suchmaschine Google sei in den vergangenen Tagen von China aus nicht mehr erreichbar gewesen, berichtet die Organisation «Reporter ohne Grenzen».
Auch der News-Bereich und der Maildienst von «google.com» seien blockiert gewesen, so die Beobachtungen der Organisation. Auch Programme wie Dynapass, Ultrasurf, Freegate oder Garden Networks, die von vielen Chinesen dazu benutzt werden, die Zensur zu umgehen, hätten die Behörden blockieren können offenbar mit hohem Aufwand an Personal und Programmierung.
Zensur-Brecher sollen upgedated werdenEin auch für chinesische Verhältnisse «bislang beispielloses Filtern des Internets» beklagt «Reporter ohne Grenzen». Durch die tagelangen Störungen sei nur die zensierte chinesische Version der größten Suchmaschine der Welt zugänglich gewesen. Darin werden Ergebnisse mit politisch heiklen Informationen über Menschenrechte, die Tibetfrage oder Kritik an der kommunistischen Partei gar nicht erst angezeigt.
«Es war zu erwarten, dass google.com schrittweise verdrängt wird, nachdem die zensierte Version im Januar gestartet worden war», kommentierte die Organisation. Für den Start der chinesischen Version «Gu Ge» (Lied der reichen Ernte), bei der Google ähnlich wie Yahoo und MSN Suche von Microsoft eigenhändig filtert, war das Unternehmen scharf kritisiert worden.
Der Exilchinese Bill Xia, der den Zensur-Brecher Dynapass entwickelte, sprach von einem bislang ungekannten Ausmaß an Störungen. Die Programmierer von Dynapass arbeiteten jetzt unter Hochdruck an einer neuen Version. (nz)