29.05.2006
Herausgeber: netzeitung.de
Website von Irrepressible Screenshot: NZ
Screenshot: NZ
Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Amnesty International hat eine Kampagne gegen Internet-Zensur gestartet. Bereits 8000 Unterzeichner protestieren gegen große IT-Firmen und Regierungen, die den freien Informationsfluss im Netz behindern.
«Be irrepressible» («Sei ununtedrückbar») heißt eine Aktion, die die Menschenrechtsorganisation Amnesty International gegen Internet-Zensur gestartet hat. Sowohl Regierungen als auch große IT-Firmen werden in der Unterschriften-Aktion dazu aufgerufen, keine Informationen im Netz zu sperren.
«Das Internet ist zu einem neuen Territorium im Kampf für die Menschenrechte geworden», sagte Kate Allen, Leiterin der britischen Sektion von Amnesty, am Sonntag. In China und anderen Ländern würden Menschen inhaftiert, weil sie ihre Meinung online kund täten. Auch die Zustände in Vietnam, Tunesien, den Iran, Saudi-Arabien und Syrien prangerte Amnesty an. Zugleich kritisierte die Menschenrechtsorganisation Internet-Unternehmen wie Google, Yahoo oder Microsoft. Sie würden die Regierungen bei ihrem repressiven Vorgehen unterstützen.
Amnesty forderte Internet-Nutzer auf, eine Petition zu unterzeichnen, die sich für ein Ende der Internet-Zensur ausspricht. Auf der Website der Menschenrechtsorganisation können die Nutzer sich weitere Details über nachgewiesene Zensur und daraus resultierende Verfolgung nachlesen und damit selbst ein Bild der aktuellen Lage machen.
Kritik an Zensur-BereitschaftYahoo muss sich den Vorwurf gefallen lassen, durch die Preisgabe von Kontendaten die Strafverfolgung chinesischer E-Mail-Benutzer erleichtert zu haben. So sitzt der chinesische Journalist Shi Tao seit zehn Jahren im Gefängnis, weil er unerlaubte Informationen über den Yahoo-Mail-Dienst verschickt haben soll. Angeprangert werden auch Google und Microsoft wegen ihrer Bereitschaft, Webangebote für chinesische Surfer aktiv zu zensieren. Zu weiteren Ländern mit Internetbeschränkungen gehören laut Amnesty International auch Burma, Bahrein, Jemen, Singapur, und Weißrussland.
Bisher haben bereits knapp 8000 Menschen den Aufruf von Amnesty International unterzeichnet. Wenn im November 2006 die Vereinten Nationen mit Beteiligung von Regierungen und Unternehmen aus aller Welt die Zukunft des Internets diskutieren, will die Menschenrechtsorganisation den unterzeichneten Aufruf vorlegen. (nz/Golem.de)