23.05.2006
Herausgeber: netzeitung.de
.xxx
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Die Porno-Domain .xxx ist endgültig abgelehnt worden. Die Firma, die sie beantragt hatte, klagt gegen die US-Regierung, denn die habe die Internetbehörde Icann zu der Entscheidung genötigt.
Das amerikanische Unternehmen ICM verklagt zwei US-Ministerien wegen der Ablehnung der neuen Top Level Domain .xxx für Pornoangebote im Web. ICM hatte die Adress-Endung beantragt und wirft den Regierungsstellen vor, die oberste Internetbehörde Icann bei der Entscheidung gegen .xxx stark manipuliert zu haben. In der Klage geht es um den Zugang zu Dokumenten, die die Einflussnahme des Handels- und des Innenministeriums belegen sollen, meldet «Computer Business Review Online».
Laut ICM geht vor allem aus E-Mails der IT-Abteilung des Handelsministeriums hervor, wie die Icann bearbeitet wurde, um die Sex-Domain fallen zu lassen, nachdem diese bereits auf dem Weg zu Zulassung war. So seien beispielsweise auch die zuständigen Regierungsstellen anderer Ländern eingespannt worden, um auf eine Ablehnung hinzuarbeiten.
Rechte LobbyarbeitHinter dieser Einflussnahme steht angeblich rechte Lobbyarbeit von US-Gruppen wie «Family Research Council» und «Focus On The Family». Diese Vereinigungen werden von dem Radiomoderator James Dobson geleitet, der durch seine Anti-Homosexuellen-Kampagne mit zum Wahlsieg George W. Bushs im Jahr 2004 beitrug.
Dobsons eigenes offenes Vorgehen gegen .xxx führte unter anderem dazu, dass die Mailserver des Handelsministeriums und der Icann mit zehntausenden von Protestmails überschwemmt wurden. Und bereits vorliegende Dokumente beweisen laut ICM auch, dass das Handelsministerium die Telefonnummern einiger Icann-Mitabreiter an das «Family Research Council» weitergegeben hat.
ICM hofft weiterICM klagt auf der Basis des amerikanischen Informationsfreiheitsgesetzes und verlangt Zugang zu weiteren Regierung-Dokumenten. Das Unternehmen hofft, dass die zusätzlichen Informationen die Icann dazu bewegen könnten, ihre Entscheidung in Sachen Sex-Domain noch einmal zu überdenken. Das Icann-Direktorium hatte die Porno-Domain vor zwei Wochen mit neun zu fünf Stimmen abgelehnt. (nz)