18. Mai 2006 11:42
Die neueste Version der Google Toolbar macht noch während der Eingabe eines Begriffs weitergehende Suchvorschläge. Ein belgisches Unternehmen hält diese Funktion für teilweise kriminell.
Der Hard- und Software-Hersteller Serverscheck hat Google wegen Hinweisen auf Raubkopien in den Suchvorschlägen der Google Toolbar verklagt. Die belgische Computerfirma wirft der Suchmaschine vor, Anwendern die «serverscheck» ins Suchfeld der Browsererweiterung eingeben, in Echtzeit zahlreiche Begriffe vorzuschlagen, die auf Raubkopien und illegale Seriennummern von Serverscheck-Produkten verweisen.In der Tat ergänzt die Toolbar den Firmennamen direkt nach der Eingabe und noch bevor eine Suche durchgeführt wird um Worte wie «crack» (geknackte Raubkopie), «professional crack» oder «keygen» (Software zur illegalen Erzeugung von Seriennummern). Die von Serverscheck angeprangerte Funktion für Echzeitvorschläge steht derzeit in der englischen Beta-Version der Google Toolbar zu Verfügung und schlägt automatisch beliebte Suchanfragen vor.
Das von Serverscheck angestrengte Verfahren gegen die Benelux- Niederlassung von Google hat am Mittwoch vor einem Gericht im belgischen Leuven begonnen. Das belgische Unternehmen hatte die Klage bereits am 14. Februar eingereicht, nachdem es in mehreren Briefen und Telefonanrufen vergeblich versucht hatte, Google zu einer Änderung der Vorschlagsliste zu bewegen.Der Suchmaschinenbetreiber habe lediglich angeboten, Websites, die illegale Softwarekopien anböten, aus den Ergebnissen zu entfernen, falls eine Liste solcher Anbieter vorgelegt werde. Die Vorschläge in Echtzeit würden automatisch erstellt und ließen sich nicht beeinflussen.
Diese Argumentation wirkt jedoch etwas fadenscheinig: Abgesehen davon, dass kaum anzunehmen ist, dass Google Software programmiert, die nach ihrer Veröffentlichung autonom agiert, blockiert die Funktion bereits jetzt bestimmte Suchvorschläge, wie pornographische Begriffe oder Anfragen nach Kreditkartennummern. (nz)