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Lupe Denic: Provider bremsen Internet-Entwicklung

Der Aufsichtsrats-Vorsitzende der Internet-Verwaltung Denic hat massive Kritik an den deutschen Providern geübt: Sie würden die Entwicklung des Internet ausbremsen.

Seit Anfang des Jahres bietet die deutsche Internet-Verwaltung Denic das Domainsystem ENUM an, das Telefon und Internet miteinander verschmelzen soll. Die großen Provider bieten den Service bislang aber nicht an. Der Denic-Vorstandsvorsitzende Sebastian von Bomhard übt deshalb nun scharfe Kritik.

«DSL-Provider und die Deutsche Telekom machen sich daran, die logische Weiterentwicklung des Internet auszubremsen», sagte er dem Branchendienst «Heise online». Sie wollten weiterhin von ihren Kunden Gesprächsminuten abrechnen und blockierten deshalb ENUM, das seit 1. April offiziell verfügbar ist.

ENUM ermöglicht, Telefonnummern als Domains zuregistrieren. Anschließend können Gespräche an diese Nummern über das Internet abgewickelt werden. Der Nachteil dieser Brückentechnologie für die Provider: Telefonieren alle Telefonteilnehmer per Internet, können die Unternehmen kein Geld mehr mit den Telefonaten verdienen.

«Die Telekom will nun offenbar ihr ENUM-Engagement zurückfahren», sagte von Bomhard. Bereits Ende 2005 hat T-Systems die Neuregistrierungen für ENUM-Domains eingestellt. Große DSL-Provider wie 1&1, Web.de und Freenet versuchen laut von Bomhard ebenfalls, ihre Kunden zu halten, um an Gesprächen ins Festnetz zu verdienen. Er könne die Strategie durchaus verstehen: «Die Provider treibt die Befürchtung um, dass ihnen Gesprächsminuten in dem Maß wegbrechen, in dem Gespräche 'on net' geführt werden.» (nz)