Spammer zwingen Software-Firma zur Aufgabe
17.05.2006
Herausgeber: netzeitung.de
Doch nach zwei Wochen Belagerung durch Hacker, die nach Aussagen von IT-Experten mit Spammerbanden und der russischen Mafia in Verbindung stehen, gab die Firma nun auf und will künftig keine Produkte gegen Werbemüll entwickeln. «Es ist das einzig Verantwortliche, das wir tun können», sagt der Firmengründer Eran Reshef. «Dieser Gegner hatte zu viel Geld im Rücken und keine moralischen oder rechtlichen Grenzen. Hätten wir weiter gekämpft, hätte er womöglich jeden einzelnen unserer Kunden attackiert und das Internet zum Zusammenbruch gebracht.»
Blue Security vertrieb auf seiner Website ein Programm, das Kunden auf ihren Computer installieren konnten. Wenn diese eine Spam-E-Mail erhielten, wurden die Spammer erst sanft und am Ende mit einer ganzen Flut von Bitten um Unterlass belästigt. Manche Internet-Experten geißelten dieses Verfahren als «Lynchjustiz» und fanden die Sache genauso unethisch wie die Werbesendungen selbst. Doch spätestens im Frühjahr 2006 konnte Blue Security Erfolge verbuchen. Sechs der weltweit größten Spam-Organisationen erklärten sich bereit, Blue Security-Kunden künftig nicht mehr zu belästigen. (nz)

