netzeitung.dePentagon-Hacker darf ausgeliefert werden

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Pentagon bei Google Maps Screenshot: NZ (Screenshot: NZ<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Pentagon bei Google Maps Screenshot: NZ
Screenshot: NZ
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Der Brite, der sich 2001 in das Computernetz des Pentagons hackte, muss sich wohl vor einem US-Gericht verantworten. Dort drohen ihm bis zu 60 Jahren Haft und eine Millionen-Strafe.

Einer der spektakulärsten Hacks der vergangenen Jahre wird wohl ein Fall für die US-Justiz: Ein Brite, der in das Netz des Pentagons eingedrungen war, darf von Großbritannien an die USA ausgeliefert werden. Das entschied am Mittwoch ein Gericht in London.

Der heute 40-jährige Gary McKinnon war Ende 2001 in das Computernetz des US-Verteidigungsministeriums gelangt und hatte etliche Dateien des Marinestützpunktes Earle vernichtet. Dadurch war kurz nach den Terrorangriffen am 11. September 2001 das gesamte Netzwerk der wichtigen Marinebasis mit 300 Computern ausgefallen.

In kritischen Zeiten geschadet
Die US-Behörden machten bei ihrem Auslieferungsbegehren geltend, dass McKinnon der Verteidigungsfähigkeit des Landes in einer kritischen Zeit geschadet habe. Bei einer Verurteilung in den USA drohen ihm neben einer Geldstrafe in Millionenhöhe bis zu 60 Jahre Haft. Rein materiell hatte er laut Anklage einen Schaden von 550.000 Euro angerichtet - nach britischen Medienberichten mehr als jeder andere Militär-Hacker.
Hoffen auf Berufung
Allerdings muss erst noch der britische Innenminister John Reid entscheiden, ob McKinnon tatsächlich den US-Behörden überstellt wird. Gegen eine solche Entscheidung wäre dann noch ein Berufungsverfahren möglich. Die USA haben Großbritannien nach Medienberichten bereits versichert, den Hacker nicht unter eine militärische Sonderbefugnis zu stellen, die es dem Präsidenten erlauben würde, ihn für unbestimmte Zeit einsperren zu lassen.
Gehängt und gevierteilt
McKinnon hatte vor Gericht unter anderem argumentiert, die Amerikaner würden ihn in das berüchtigte Gefangenenlager Guantanamo schicken: «Und wenn sie mich im konservativen Virginia aburteilen, bin ich doch praktisch schon gehängt oder gevierteilt», sagte er Reportern. Der Hacker ist geständig: Angeblich war er seinerzeit auf der Suche nach Beweisen für die Existenz von Ufos, als er die «recht lockeren» Sicherheitsbarrieren der Pentagon-Computer überwand. (nz)