09.05.2006
Herausgeber: netzeitung.de
World of Warcraft
Foto: Blizzard
Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Das beliebte Online-Spiel «World of Warcraft» soll verfilmt werden. Das mythenreiche Universum habe das Potential zum Blockbuster, meint die Produktionsfirma.
Die zu Warner Brothers gehörende Produktionsfirma Legendary Pictures hat sich die Filmrechte an dem erfolgreichen Online-Spiel «World of Warcraft» (WoW) gesichert und will das Projekt gemeinsam mit Spiele-Hersteller Blizzard Entertainment verwirklichen.
Das Fantasy-Game ist in den letzten Jahren zu einem riesigen Online-Erfolg geworden, für den über sechs Millionen Spieler monatlich 15 Dollar zahlen, um teilnehmen zu können. In der riesigen Multiplayer-Welt formieren sich die Spieler zu unterschiedlichen Gruppen und bauen nicht selten tiefe soziale Bindungen auf.
Mythologie mit LeinwandpotentialDas «WoW»- Universum sei sehr reich an Mythologie-Themen und habe damit die besten Voraussetzungen, zu einem großen Kinoerlebnis zu werden, sagte Legendary-Sprecher Thomas Tull dem US-Magazin «Variety».
Laut Paul Sams, dem Sprecher von Blizzard Entertainment, hat die Spielefirma «lange Zeit nach dem richtigen Filmstudio gesucht», um das Spiel auf die Kinoleinwand zu bringen. Sein Unternehmen hätte auch erwogen, selbst einen Autor für die Filmadaption anzuheuern, wie es Microsoft für die Umsetzung des Xbox-Spiels «Halo» getan hatte. Man habe sich dann aber doch für eine direkte Kooperation mit einem Studio entschieden, erläuterte er.
Millionensummen gezahltDas Drehbuch zu «Halo» wird derzeit von Universal und Fox überarbeitet, der avisierte Filmstart im Sommer 2007 könnte sich verschieben, da es noch keinen Regisseur gibt. Über die finanziellen Details zu der «WoW»-Verfilmung ist bislang nichts bekannt, aber der «Halo»-Deal, bei dem Universal und Fox fünf Millionen für die Rechte an Microsoft zahlten, könnte ein Richtwert sein.
Diese Summe liegt weit über einem normalen Drehbuchkauf in Hollywood. Die Rechte an der Umsetzung von erfolgreichen Spielen gelten allerdings als äußerst wertvoll, da der hohe Bekanntheitsgrad einen Misserfolg des Streifen quasi ausschließt.
Lange Bedenkzeit«Ich arbeite seit zwölf Jahren für Blizzard. Die Hälfte dieser Zeit überlegen wir schon, ob und wie wir die Warcarf-Welt in einen Film verwandeln können», so Sams. «Mit den Leuten von Legendary hat es sofort gefunkt und wir hätten uns nicht drauf eingelassen, wenn wir nicht sicher wären, dass dieser Film gemacht wird.»
Sams' grundsätzliche Zweifel sind durchaus berechtigt, denn oft werden auch ausichtsreiche Filmrechte nicht umgesetzt. Den Studios, die dafür viel Geld ausgeben, geht es nach Aussage von Experten manchmal nur darum, der Konkurrenz das große Geschäft wegzuschnappen. (nz)