netzeitung.deNetz-Bürgerrechtler gehen nach Washington

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Kapitol in Washington (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Kapitol in Washington
Foto: dpa
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Die Netzbürgerrechts- Organisation EFF war bislang nur im Silicon Valley präsent. Mit einem neuen Büro in der US-Hauptstadt will EFF künftig mehr Druck auf die Regierung ausüben.

Von Ben Schwan

Die Electronic Frontier Foundation, kurz EFF, ist die wohl älteste Netz- Bürgerrechtsorganisation. Bereits 1990 in Kalifornien gegründet, setzt sie sich für die Sicherung der Privatsphäre und der freien Meinungsäußerung im Internet ein - und in den letzten Jahren zunehmend auch für den digitalen Verbraucherschutz. So wehrte sich die EFF etwa vehement gegen die von ihr als überzogen gewertete Klagewelle der Musikindustrie gegen Tauschbörsennutzer und will ein Recht auf digitale Privatkopien durchsetzen.

Brennpunkt der Lobbyarbeit
Allein ein Büro in der US-Hauptstadt Washington, dem Brennpunkt amerikanischer Lobbyarbeit, hatte die Organisation seit Anfang der Neunzigerjahre nicht mehr. Damals hatte es interne Streitigkeiten um eine zu große Politiknähe der EFF gegeben, was die Netzbürgerrechtler schließlich zum Rückzug nach San Francisco bewog. Diese Probleme scheinen nun ausgeräumt: Ab August 2006 wird die Gruppe erneut ein Büro im Zentrum von Washington haben.
Bewährte Anwälte
Wie der US-IT-Nachrichtendienst «News.com» meldet, wurden bereits zwei Anwälte verpflichtet, die sich im Umgang mit Regierungsstellen bewährt haben. Marcia Hofmann, die zuvor bei der Datenschutzinitiative EPIC tätig war, hatte etwa die Bush-Administration auf Herausgabe von Dokumenten zu möglichen illegalen Abhöraktionen verklagt. Die EFF versucht derzeit, vom Telekommunikationskonzern AT&T Schadenersatz zu erstreiten, weil dieser dem Geheimdienst NSA womöglich unrechtmäßig Zugang zu Kundendaten gab.

In Washington hat die EFF nun bald einiges zu tun - so will sie etwa gegen einen Gesetzentwurf vorgehen, der Internet-Radios künftig verbieten soll, im freien MP3-Format zu senden. «Damit würde die jetzt verfügbare großartige Aufnahmesoftware verboten», meint EFF-Mann Fred von Lohmann.


Für das Web ediert von Ben Schwan