netzeitung.deGoogle-Chef verteidigt Zensur in China

 Herausgeber: netzeitung.de

Keine Alternative zur Selbstzensur in China sieht Google-Chef Eric Schmidt. Auch Yahoo gelobte der Regierung erneut Treue.

Suchmaschinenbetreiber wie Google und Yahoo haben in den vergangenen Tagen auffällig oft ihre Zensurmaßnahmen für den chinesischen Markt verteidigt.

Als bisher letztes Unternehmen hat Google bei der Vorstellung des neuen Namens von Google China bekräftigt, man werde auch weiterhin Suchergebnisse zensieren. Das Unternehmen habe sich «der Regierung gegenüber verpflichtet, dass wir strikt den chinesischen Gesetzen folgen werden», so Google-Chef Eric Schmidt in Peking. «Es war die richtige Entscheidung für Google», so Schmidt weiter. «Wir haben keine Alternative».

Zumindest gilt das für alle westlichen Internet-Unternehmen, die nicht auf die Margen aus dem rasch wachsenden chinesischen Markt verzichten wollen. Bei Google etwa tauchen Informationen zu Menschenrechts-Verletzungen, Tibet oder dem Massaker auf dem Platz des Himmlischen Friedens nicht in den Suchergebnissen der chinesischen Version auf. Im Fall von Yahoo hält sich sogar hartnäckig die Geschichte, man habe der Regierung dabei geholfen, den Absender einer nicht genehmen Mail ausfindig zu machen – der Mann wurde inzwischen zu zehn Jahren Gefängnis verurteilt.

Welle von Selbstverpflichtungen
Am Sonntag bereits hatten 14 Portal-Betreiber in einer gemeinsamen Erklärung die Zensur verteidigt, darunter auch Yahoo China und die populärste Suchmaschine des Landes, Baidu. «Ungesunde Inhalte» gelte es zu blockieren, so die Erklärung, die Pornographie und Gewaltverherrlichung ins Zentrum rückt. «Wir sind eine ernstzunehmende Opposition gegen Online-Inhalte, die die öffentliche Moral, die Kultur und die Traditionen der Menschen in China untergraben», so die Unterzeichner.

Auch elf Betreiber von Nachrichten-Websites haben eine ähnliche Erklärung veröffentlicht und sich dazu verpflichtet, mit ihrer Berichterstattung «wirtschaftliches Wachstum und soziale Stabilität» zu fördern. Allgemein wird das so interpretiert, dass die wachsende Zahl von Streiks und Demonstrationen im Land in diesen Medien nicht vorkommen wird.

Google wird in China künftig übrigens «Gu Ge» heißen, was sich mit «Lied der reichen Ernte» übersetzen lässt. Mit 32 Prozent Marktanteil hinkt man allerdings hinter Marktführer Baidu her, der auf 56 Prozent kommt. (nz)