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Preisfreigabe bei VDSL schafft laut Studie Jobs

10. Apr 2006 10:49
Kabel
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Zwei Beraterfirmen warnen vor Fehlern bei der Preisregulierung für das schnelle VDSL-Netz. Ein richtiges Vorgehen dagegen könne die gesamte Volkswirtschaft stimulieren.

Mehr Wettbewerb für das Hochgeschwindigkeits- Internet VDSL würde einer Studie zufolge bis zu 60.000 Arbeitsplätze in Deutschland schaffen. Zudem könne bei einer Preisfreigabe im Breitband-Markt das Bruttoinlandsprodukt jährlich um 4,5 Milliarden Euro - das sind 0,2 Prozent - steigen. Das ist das Ergebnis einer am Sonntag veröffentlichten Untersuchung der Berater von Mercer Management Consulting und NERA Economic Consulting.

Grundlagenforschung in den USA

Grundlage der Untersuchung sind vergleichbare Studien auf dem US-Markt. Die dort gewonnenen Erkenntnisse sind nach Ansicht der Autoren auch grundlegend für die Regulierung der Telekommunikation in Europa.

Im Fall einer Deregulierung des Marktes könne die Zahl der Breitband-Nutzer in Deutschland bis 2010 von derzeit acht Millionen auf rund 20 Millionen wachsen, heißt es in der Studie. Eine freie Preisgestaltung wirke sich auch auf die Wettbewerber der Deutschen Telekom «überwiegend positiv» aus, da der gesamte Breitbandmarkt stimuliert würde, sagte NERA-Berater Nigel Attenborough.

Telekom fordert Freistellung

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Die VDSL-Technik macht den Internet-Zugang bis zu 50 Mal schneller als über eine herkömmliche DSL-Leitung. In Deutschland will die Telekom drei Milliarden Euro in ein Glasfasernetz für die sehr schnellen Datenleitungen investieren. Der Konzern fordert allerdings, für eine Übergangszeit von einer Regulierung der Preise durch die Europäische Union freigestellt zu werden.

Bundesregierung und Bundesnetzagentur unterstützen die Forderung des Unternehmens. Dagegen fürchten die EU-Wettbewerbshüter eine Monopolstellung der Telekom auf dem Breitband-Markt und wollen dem Netzbetreiber vorschreiben, seine Leitungen zu festgelegten Preisen zur Verfügung zu stellen.

Falsche Regulierung schreckt ab

Eine zu restriktive Regulierung gefährdet jedoch der Studie der Beraterfirmen zufolge die Zukunftschancen und das Wachstum auf dem Breitband-Markt. «Die Schwierigkeit ist, dass kaum objektiv festzustellen ist, wo der marktgerechte Preis für eine solche Netznutzung durch Wettbewerber liegt», sagte Mercer-Berater Uli Prommer.

Vergleichbare Erfahrungen in den USA hätten gezeigt, dass eine falsche Regulierungspraxis abschreckend auf Investitionen in neue Dienste und Infrastruktur wirke. Die Behörden in Amerika würden daher inzwischen deutlich zurückhaltender bei der Regulierung von Breitbandverbindungen agieren.

Die Unternehmensberatung Mercer Management Consulting zählt nach eigenen Angaben mit 15.000 Mitarbeitern und einem Umsatz von 3,1 Milliarden US-Dollar zu den größten Unternehmensberatungen der Welt. Die Schwester-Firma NERA Consulting beschäftigt nach eigenen Angaben weltweit 500 Wirtschaftsexperten und berät unter anderem Unternehmen und Regierungen. (nz/dpa)

 
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