07.04.2006
Herausgeber: netzeitung.de
Spielt auch Podcasts: Legendärer Audio-Player 'Winamp'
Foto: winamp.com
Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Schlechte Nachricht für alle Podcaster: Eine Studie aus den USA zeigt, dass die Zahl der Hörer verschwindend gering ist - zumindest im Moment.
Podcasting gilt schon seit einiger Zeit als einer der zukunftsträchtigsten Trends im Internet-Sektor. Wenig war allerdings bisher darüber bekannt, wie viele Menschen sich die via Netz verbreiteten Ton-Beiträge anhören. Das hat sich jetzt geändert: Ergebnisse einer Studie von Forrester Research für die USA sind in die Öffentlichkeit gelangt.
Die Haupt-Nachricht: Zurzeit werden Podcasts offenbar von kaum jemandem angehört und das sogar in den Vereinigten Staaten, die neuen Technologien gegenüber traditionell relativ aufgeschlossen sind. Während laut Studie ein Viertel der Internet-Nutzer angaben, sich grundsätzlich für Podcasts zu interessieren, laden nur rund ein Prozent der Online-Haushalte tatsächlich die Files herunter und nutzen sie.
Zusätzlich verzeichnet die Studie eine große Unkenntnis darüber, dass sich Podcasts auch ohne iPod auf dem Rechner anhören lassen und das, obwohl andere Studien ergeben haben, dass es 80 Prozent aller Audio-Files nie auf einen mobilen Player schaffen.
Zahl der Nutzer soll stark steigenBei Podcast-Inhalten dominieren mit weitem Abstand Zweitverwertungen von bereits existierendem Material konventionellen oder Internet-Radio-Sendungen. Dadurch, dass sich Podcasts im Gegensatz zum «normalen» Radio ohne Rücksicht auf Sendezeiten jederzeit anhören lassen, sieht die Studie in dem Medium im Moment vor allem ein Promotion-Instrument für bereits existierende andere Medien auch wenn die Gefahr besteht, dadurch Hörer im konventionellen Programm zu verlieren.
Eigens für das Internet erstellte Podcasts spielen dagegen noch kaum eine Rolle. Allerdings besteht Hoffnung: Forrester Research geht davon aus, dass die Zahl der amerikanischen Haushalte, in denen die Files genutzt werden, in den kommenden vier Jahren von 700.000 auf 12,3 Millionen steigen wird. Und eine so stark gestiegene Nutzerschaft sollte auch nach exklusiven Inhalten verlangen wer also podcasten will, so das Fazit, der sollte es tun. Und er sollte darauf gefasst sein, dass es eine Weile dauern könnte, bis der weltweite Ruhm erreicht ist.
Dazu passt, dass auch kommerzielle Podcast-Konzepte schon weit gediehen sind. Die Spannweite reicht hier vom Audio-File mit eingebauter Werbung über Abo-Modelle bis hin zur Zahlung pro abgerufener Sendung. (nz)