netzeitung.deMicrosoft-Chef verbietet Söhnen Google und iPod

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Steve Ballmer (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Steve Ballmer
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Microsoft-Boss Ballmer wendet strenge Erziehungsmaßnahmen an. Das hat auch mit der aktuellen Krise bei dem Softwarekonzern zu tun. Zu dieser sagte Ballmer, Microsoft werde nun in die Offensive gehen.

Die drei Söhne von Microsoft-Chef Steve Ballmer haben es nicht leicht, wenn es um die Benutzung populärer Technologien geht. «Ich habe ihnen eine Gehirnwäsche verpasst: Ihr benutzt weder Google noch einen iPod», so der Konzern-CEO in einem Interview mit dem US-Wirtschaftsmagazin «Fortune».

Ballmers strenge Erziehungsmethoden haben einen guten Grund: Sowohl die Suchmaschine als auch der MP3-Spieler von Apple kommen zunehmend Microsofts Geschäftsinteressen in die Quere. So schaffte es der Softwarekonzern weder, sich adäquat gegenüber Google im Internet-Geschäft aufzustellen, noch mit seiner Windows-Media-Musikplayer-Technik am iPod vorbeizuziehen.

Und Ballmer hat noch mehr Probleme: Der Microsoft-Mitbegründer, dem Bill Gates im Jahr 2000 die Geschäftsleitung übertrug, muss sich auch intern viel Kritik gefallen lassen, weil er das Erscheinen des Windows XP-Nachfolgers «Vista» zum wiederholten Male verschieben musste - auf Frühjahr 2007. Laut «Forbes» will Ballmer dies nun mit einer riesigen Werbekampagne wieder wettmachen - 500 Millionen Dollar will Microsoft in seine «People Ready»-Marketingmaßnahme stecken, mit der «Vista» populär gemacht werden soll.

Im Kampf gegen Google ist Ballmer nach wie vor sauer auf Time Warner: Der Medienkonzern hatte einen Anteil am Online-Dienst AOL nicht an Microsoft, sondern an die Suchmaschine verkauft. «AOL investiert nicht in die Zukunft des Mediums und in die Online-Werbung. Das überlässt man einfach Google.»

Apple will der Microsoft-Chef unterdessen mit einer Mischung aus Innovation und Durchhaltevermögen schlagen: «Werden die Menschen in fünf Jahren immer noch zwei Geräte mit sich herumtragen, ein Gerät für Kommunikation, ein Gerät für Musik?» Microsoft sehe hier jede Menge Möglichkeiten, wieder ins Spiel zu kommen.


Für das Web ediert von Ben Schwan