Politiker will Jugendliche vor Handy-Pornos schützen
Seitdem Handys und Smartphones aber ihren Weg auch in die Schule finden, ist es zum Sport geworden, sich gegenseitig mit skurrilen Musik- und Videofundstücken zu belustigen oder zu gruseln. Jamba und andere Unternehmen haben dies als Geschäftsfeld erkannt.
Aber auch beliebiges anderes Videomaterial - seien es im Internet zu findende Spaßvideos, Fernsehaufnahmen oder auch Pornos - kann leicht am PC für Handys aufbereitet und später von Telefon zu Telefon weitergegeben werden. Kontrollieren lässt sich das nur schwer.
Deshalb etwa denkt die bayrische Staatsregierung nach den Zwischenfällen über ein generelles Handy-Verbot an Schulen nach. Damit würde dann zwar auch dafür gesorgt, dass die Schüler sich im Unterricht mehr dem Unterricht widmen, anstatt mit SMS oder MMS elektronische Zettelchen zu verschicken. Doch letztlich würde dann eben außerhalb der Schule getauscht.
Konkret geht es dabei um die Bluetooth- und Infrarot-Funktionen, über die sich Bilder, Videos und Töne drahtlos zwischen zwei Geräten übertragen lassen. Auch die Übertragung von MMS-Nachrichten, die Bilder, kurze Videos und Töne beinhalten können, sowie der Internet- und WAP-Zugang sollen sich sperren lassen. Jarzombek geht es nicht nur um die Integration von Jugendschutzfunktionen in neue Handys, auch bestehende Geräte sollen schnellstmöglich durch Software-Updates damit versehen werden können.
Ähnliche Funktionen gebe es bereits in der Unterhaltungselektronik, die Mobilfunkindustrie solle hier «schnellstmöglich nachlegen», so der Politiker. «Wir erwarten von der Industrie, dass sofort Jugendschutzmechanismen in Mobiltelefonen eingebaut und Eltern aufgeklärt werden, damit den Gewaltexzessen auf unseren Schulhöfen Einhalt geboten wird», so Jarzombek.
Ein regulatorisches Aufgreifen dieser Thematik, beispielsweise über die Landesmedienanstalten oder das Jugendschutzrecht, sieht Jarzombek zunächst nicht. «Ich gehe davon aus, dass die Industrie ein großes Interesse daran hat, das Thema schnell in den Griff zu bekommen. Letztendlich muss sich der Staat auf die Selbstkontrollmechanismen der Industrie verlassen können, ohne dabei aber die Möglichkeit regulatorischer Maßnahmen aufzugeben.»
Die Mobilfunkanbieter hätten sich bereits im letzten Jahr mit einem 'Code of conduct' über sinnvolle Mechanismen zum Jugendschutz verständigt, die jetzt noch besser an die Eltern kommuniziert werden müssten, betont der CDU-Politiker. Auch gebe es bereits ein Angebot der Mobilfunkbetreiber, einen regelmäßigen runden Tisch in Sachen Jugendschutz einzurichten. (Golem.de)
