netzeitung.deDubiose Pröbchen-Dienste im Internet

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Website von Probenbutler.de (Foto: NZ<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Website von Probenbutler.de
Foto: NZ
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Wer sich für Produktmuster interessiert, kann sich im Netz bei speziellen Diensten dafür anmelden. Doch die sind teuer und bringen wenig, hat das ZDF-Magazin «WISO» herausgefunden.

Sie heißen «Probenbutler» oder «Probino» und versprechen, Nutzer mit kostenlosen Produktmustern zu versorgen: Pröbchen-Dienste im Internet, bei denen man sich gegen Gebühr eintragen lassen kann und die dann vom Parfüm bis zum Lebensmittel alles anliefern sollen.

«Windige Geschäftemacher»
Wie das ZDF-Verbrauchermagazin «WISO» auf seiner Internet-Seite berichtet, bringen die Dienste eher wenig - meist seien sogar «windige Geschäftemacher» am Werk, so das Magazin. So verspricht der «Probenbutler», Nutzer monatlich bei mindestens 75 verschiedenen «Produktproben- und Gutscheinangeboten» einzutragen, und zwar «nur den besten». 7 Euro im Monat sind dafür zu bezahlen, bei einer Mindestlaufzeit von zwei langen Jahren. So ist man in einem Rutsch 168 Euro los, ohne zu wissen, was man wirklich erhält.

Laut «WISO» sind die Geschäftsbedingungen von «Probenbutler» allerdings so gestaltet, dass der Dienstleister gar nicht dazu verpflichtet ist, den Kunden überhaupt bei allen versprochenen Angeboten einzutragen - noch nicht einmal ein Nachweis hierfür sei zu erbringen. «Das heißt, dass Probenbutler ohne festgelegte Gegenleistung vom Verbraucher Geld kassieren kann», so das TV-Magazin.

Geschickte Formulierungen
Einen Fall für die Behörden sieht die von «WISO» befragte Staatsanwaltschaft Saarbrücken allerdings nicht: Zwar gingen die dubiosen Anbieter das Risiko ein, sich zivilrechtlichen Rückforderungsansprüchen stellen zu müssen, eine Strafbarkeit liege mit geschickt formulierten Geschäftsbindungen dennoch nicht vor. Verbraucherschützer raten, einen Bogen um solche Angebote zu machen.

Für den «Probenbutler»-Konkurrent «Probino» gingen laut «WISO» unterdessen über 1300 Strafanzeigen ein. Der Dienst soll Kunden, die sich gar nicht eingetragen hatten, Rechnungen gestellt haben und sie unter Druck setzen.


Für das Web ediert von Ben Schwan