21. Mrz 2006 15:11
Ein Internet-Dienstleister hat Foren- und Weblog-Betreiber abgemahnt, weil diese angeblich verleumderische Behauptungen veröffentlicht hatten. Blogger wehrten sich - mit Berichterstattung.
Von Ben SchwanWer sich mit Bloggern anlegt, bekommt schnell zu spüren, dass die Netztagebuchschreiber längst mehr sind, als nur ein Medienphänomen, dem man kaum weitere Beachtung schenken muss. Das erlebte Ende 2004 etwa der Klingeltonlieferant Jamba, der sich im populären Weblog «Spreeblick» mit gefälschten Kommentaren gegen einen Beitrag wehren wollte und schließlich seine umstrittenen Abos anpassen musste, nachdem das Thema von Hunderten von Weblogs und schließlich den etablierten Medien aufgegriffen worden war.
Jüngstes «Blogger-Opfer»: Der Düsseldorfer Web-Dienstleister «Euroweb», der laut eigenen Angaben mehrere Tausend Internet-Präsenzen kleiner und mittlerer Betriebe ins Internet bringt und dies, zumindest nach Preisliste, nicht unbedingt zu den allergünstigsten Konditionen. Alles begann mit einer Diskussion im Szene-Forum «Gulli.com», in der sich Nutzer negativ über das Dienstleistungsangebot und die Vertragsgestaltung von «Euroweb» äußerten. Das Unternehmen reagierte prompt, schickte eine Abmahnung und forderte «Gulli.com» auf, verschiedene Einträge zu löschen; der Aufforderung kam der Betreiber schließlich zähneknirschend nach.