Elektronik-Schrott kann Neugeräte verteuern
20.03.2006
Herausgeber: netzeitung.de
Elektroschrott
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Ein neues Gesetz zur Entsorgung von Elektromüll wie alten Computern belastet zunächst nur die Hersteller. Ein Teil der Kosten wird aber wohl an die Verbraucher weitergegeben.
Ein neues Entsorgegesetz wird Elektrogeräte wie Fernseher, Waschmaschinen und Computer in diesem Jahr nach Herstellerangaben verteuern. «Vor allem bei importierten Billigprodukten ist mit Preisaufschlägen zu rechnen, weil die Hersteller die Entsorgungskosten an den Kunden weitergeben müssen», sagte der Leiter für Umweltschutzpolitik beim Zentralverband Elektrotechnik und Elektronikindustrie (ZVEI), Otmar Frey.
Eine Million Tonnen AltgeräteDas neue Gesetz für Elektroschrott verpflichtet die Industrie, die Kosten für Entsorgung und Recycling von Altgeräten zu übernehmen. «Auf die deutschen Hersteller kommen Kosten von 350 bis 500 Millionen Euro jährlich zu. Diese Summen können sie nicht alleine tragen.» Je nach Wettbewerbsdruck könnten die Unternehmen die Preisaufschläge aber nicht eins zu eins an den Kunden weitergeben. Pro Jahr kämen in Deutschland 1,1 Millionen Tonnen Altgeräte zusammen - vom Fön bis zum Computer-Tomographen.
Kostenfreie EntsorgungFür den Verbraucher ändere sich bei der Entsorgung nichts, die Abgabe der Geräte bei Sammelstellen oder Recycling-Höfen sei kostenfrei. Der ZVEI rechnet damit, dass die Müllgebühren leicht sinken werden, weil bislang die Kommunen die Geräte einsammelten und auf eigene Kosten entsorgten.
«Die Bürger dürften einige Euro pro Jahr weniger Gebühren zahlen», sagte der Verbandsexperte. Um in- und ausländische Hersteller gerecht an der Entsorgung zu beteiligen, wünscht sich der ZVEI mehr Kontrollen. «Die Vermeidung von Trittbrettfahrern ist wichtig.» Bislang seien von den rund 15.000 Herstellern und Importeuren auf dem deutschen Markt erst 5000 registriert. (nz/dpa)