Zhiyuan soll laut den chinesischen Behörden angeblich auch eine neue politische Gruppierung geplant haben, die er «Mainland Democratic Frontline» genannt habe. Beweise dafür wurden jedoch nicht vorgelegt. Zhiyuans Anwalt sagte, sein Mandant habe sich völlig im Rahmen der freien Meinungsäußerung bewegt: «Er war ein Lehrer mit eigenen Ideen, die er aber niemals umgesetzt hat.» Der Richter sah das anders.Das Urteil gilt insgesamt als sehr hart - China verurteilte Web-Dissidenten zwar in der Vergangenheit regelmäßig, zehn Jahre Gefängnis kommen jedoch selten vor. Noch ist unklar, ob ausländische Internet-Firmen der chinesischen Regierung dabei halfen, auf Zhiyuans Spur zu kommen. In einem anderen Fall hatte Yahoo Daten an die Regierung geliefert und hatte damit zu einer Verurteilung beigetragen. In den Gerichtsdokumenten fanden sich laut Zhiyuans Anwalt jedoch bislang keine Hinweise auf eine solche Beihilfe.