Chinas Ministerpräsident verteidigt Internet-Zensur
14.03.2006
Herausgeber: netzeitung.de
Wen Jiabao
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Fast in keinem anderen Land wird das Internet so stark überwacht und beschränkt wie in China. Ministerpräsident Wen Jiabao rechtfertigt jetzt das Vorgehen der Zensoren.
Chinas Ministerpräsident Wen Jiabao hat am Dienstag die Internet-Zensur in seinem Land verteidigt. Es sei notwendig, Chinas «nationale, soziale und kollektive Interessen zu schützen», sagte Wen Jiabao auf einer Pressekonferenz zur Sitzung des Volkskongresses in Peking. «Webseiten sollten korrekte Informationen vermitteln, anstatt die Menschen in die Irre zu führen und negativ auf die soziale Ordnung einzuwirken.»
Internationale PraxisChinas so genanntes «Internet-Management» halte sich strikt an die Gesetze und entspreche internationalen Praktiken, sagte Wen Jiabao. «Jeder Bürger in diesem Land hat Rede- und Publikationsfreiheit, aber gleichzeitig sollte jeder die Gesetze befolgen.» Der Regierungschef forderte die Internetindustrie zu «Selbstdisziplin und Selbstmanagement» auf.
Strenge ZensurDas Internet in China unterliegt einer strengen Zensur. Zahlreiche Websites wie «BBC News» oder die Online-Auftritte von Menschenrechtsorganisationen sind blockiert. Nach Angaben von Amnesty International sitzen 54 Menschen wegen der Verbreitung angeblich illegaler Inhalte über das Internet in Haft. In China gibt es 111 Millionen Internetnutzer. Google, Yahoo und MSN waren jüngst in die Kritik geraten, weil sie ihre Suchdienste nach chinesischen Vorgaben zensieren. (nz/dpa)