14.03.2006
Herausgeber: netzeitung.de
The Pirate Bay
Foto: nz
Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Bereits mehrfach wurden Websites der Dateitausch-Börse Bittorrent verklagt. Eine blieb bislang außen vor: «The Pirate Bay».
Die Film- und Musikbranche versucht seit einiger Zeit, die dezentral organisierte Dateitausch-Technik Bittorrent mit Hilfe von Klagen zu bekämpfen. Dies ist nicht ganz einfach, weil im Gegensatz zu anderen Tauschbörsen wie eDonkey oder Grokster viele einzelne Websites das Rückgrat der Tauschbörse darstellen.
Vor einigen Wochen wurden nun mehrere große Bittorent-Websites verklagt, darunter «Torrentspy» und «isoHunt». Allerdings ist «The Pirate Bay», einer der größten Anbieter, nicht unter den Beklagten.
Der Grund dafür ist laut dem Magazin «Wired» einfach. Die Website wird von Schweden betrieben, die bislang vor Strafverfolgung relativ sicher sind.
Nach schwedischem Recht ist Bittorrent an sich bislang legal. Der Grund liegt in der besonderen Technik: Das Verlinken der Torrent-Dateien ist zulässig, weil sie selbst kein kopiergeschütztes Material enthalten, sondern nur darauf verweisen.
Briefverkehr dokumentiertDie Betreiber dokumentieren auf ihrer Website unterdessen ihre laufende Auseinandersetzung. Dort haben sie E-Mails von großen Firmen wie Apple, Microsoft, Sega, DreamWorks und Warner veröffentlicht - zusammen mit ihren Antworten.
Gegenüber «Wired» zeigten sich die Betreiber äußerst provokant: «Alle hier sind gegen die Copyrightgesetze und wollen sie ändern», sagte einer der Betreiber. «Es ist unsere Aufgabe, Kultur und Medien zu verbreiten, die Technologie ist dafür nur ein Mittel zum Zweck.»
Ob «The Pirate Bay» tatsächlich nicht verklagt werden kann, ist jedoch fraglich. Kori Bernards, Sprecherin der Motion Picture Association of America (MPAA), sagte dem Magazin, die Seite sei international verfügbar und verstoße weltweit gegen das Urheberrecht. Sie könne deshalb auch in anderen Ländern verklagt werden. Passiert ist das bislang allerdings nicht. (nz)