netzeitung.deIllegale Filme in Videodiensten

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Youtube.com Screenshot: NZ (Screenshot: NZ<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Youtube.com Screenshot: NZ
Screenshot: NZ
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Video-Websites wie «YouTube» erfreuen sich zunehmender Beliebtheit. Neben der Möglichkeit, Amateurfilme abzulegen, werden sie aber inzwischen auch für Raubkopien genutzt.

Von Ben Schwan

Videodienste gibt es im Web schon seit langem, wirklich populär wurden sie aber erst in den letzten zwei Jahren. Auf Seiten wie «YouTube.com» können Nutzer eigenproduzierte Filme kostenlos online stellen, die dann von einem ständig größer werdenden Publikum betrachtet, kommentiert und bewertet werden.

Dieser «user generated content», also ein von Nutzern produzierter Inhalt, gilt als Kernpunkt der aktuellen Wiedergeburt des Internet-Hypes («Web 2.0»): Statt nur fertige, professionell erstellte Medienprodukte zu konsumieren, schreiten die Nutzer dank kostengünstiger Videotechnik selbst zur Tat. «YouTube» erreicht damit jeden Monat Millionen von Nutzern und lässt sich dazu auch noch kostenlos nutzen - sowohl zum Hochladen von Videos als auch zu deren Betrachtung.

Nutzergenerierte Bilderwelt
Und die User nutzen das Angebot: «YouTube» & Co. machten allerlei interessante Werke bekannt, die im Nu im Internet die Runde machten - von einer Hundertausendfach herunter geladenen Persiflage auf die Freundessuchmaschine «MySpace» bis zur Filmtrailerparodie oder Auftritten neuer deutscher Komödianten. «YouTube» finanziert sich durch Werbung neben den Videos.

Allein, die schöne neue Inhaltewelt besteht nicht nur aus spannenden, nutzergenerierten Kurzstreifen - eine kurze Durchsuchung der Filmdienste zeigt, dass dort jede Menge urheberrechtlich geschützte Werke stehen, die die Nutzer freundlich mit dem Rest der Welt teilen wollen. Illegales nehmen «YouTube» & Kollegen zwar wieder herunter, wenn sie darauf aufmerksam gemacht wurde, das kann aber zum Teil Tage dauern, wie Copyright-Besitzer erfahren mussten.

Jede Menge Oscars
Gibt man bei «YouTube» derzeit etwa den Begriff «Oscar» ein, so findet man jede Menge Ausschnitte der Oscar-Verleihung, ohne dass «YouTube» irgendwelche Rechte daran erlangt hätte. Der Internet-Unternehmer Jason Calacanis, der Videodienste als ein wenig haltbares Geschäftsmodell sieht, mokierte sich in seinem Weblog über diesen Zustand: «Die Jungs sind brillant. Der Medienkonzern News Corporation sollte schnell YouTube für eine Milliarde Dollar übernehmen!»

«YouTube» hat nicht nur Ärger wegen der Oscars - zuvor verbreitete sich ein Ausschnitt aus der NBC-Sendung «Saturday Night Live» vor allem über die Online-Plattform. Der eigentliche Rechteinhaber NBC schickte YouTube eine anwaltliche Aufforderung, die geschützten Inhalte herunterzunehmen und bietet das Video inzwischen auf seiner eigenen Seite an. «Zuvor hat YouTube tonnenweise Dollars mit Werbung um dieses Video herum verdient», meint Calacanis.


Für das Web ediert von Ben Schwan