netzeitung.deBlog-Karriere eines Sex-Video-Clips

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Tammy-Artikel bei 'Elliott Back' Screenshot: nz (Screenshot: nz<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Tammy-Artikel bei 'Elliott Back' Screenshot: nz
Screenshot: nz
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Eine Schülerin ist in Singapur innerhalb weniger Tage zur Berühmtheit im Internet avanciert. Sie soll ein Handy mit einem peinlichen Video-Clip verloren haben - vermutlich eine von Bloggern kreierte Legende.

Von Peter Schink

Die weltweit führende Blogsuchmaschine Technorati listet täglich die meistbenutzten Suchbegriffe. Derzeit sind die ersten drei Plätze von einem einzigen Thema belegt: Dem Skandal um die Cheerleaderin «Tammy» aus Singapur.

Mehr als 77.000 Blogger haben über «Tammy» bereits geschrieben. Angeblich filmte sich die Schülerin der Polytechnischen Schule Nanyang bei Intimitäten mit ihrem Freund mit einem Handy. Andere Cheerleader sollen das Mobiltelefon wenig später gestohlen haben und einen Film sowie mehrere intime Fotos ins Internet gestellt haben.

Strafbar, aber banal
In Deutschland wäre das vermutlich eine strafbare Handlung, die Geschichte von Tammy klingt abgesehen davon aber reichlich banal. Nachdem aber einige Blogger in Asien und den USA vor wenigen Tagen die Geschichte aufgriffen, verzeichneten sie plötzlich tausende Zugriffe auf ihren Websites. In einigen Blogs finden sich zudem mehrere hundert Kommentare zu der Geschichte.

Andere Blogger griffen daraufhin die Geschichte ebenfalls auf, verlinkten sich gegenseitig und bekamen ebenfalls viele Zugriffe – die meisten offenbar von asiatischen Teenagern, die auf der Suche nach dem peinlichen Video waren.

Damit war eine Blog-Legende geboren. Ob es Tammy wirklich gibt, oder ob es sich nur um eine Erfindung handelt, ist inzwischen für die Blogger irrelevant - was zählt, ist der Leser-Ansturm durch die Geschichte.

Besucheransturm aus Singapur
Auch deutsche Blogs berichten inzwischen über den angeblichen Skandal. Die Klicks aus Asien sind gewiss - obwohl dort wohl kaum ein Internet-Nutzer die deutschen Blogeinträge übersetzen kann.

Das Blog «Blogamt» berichtet, nach Erscheinen der Geschichte seien plötzlich 14 Prozent seiner Leser aus Singapur gekommen, die allesamt per Suchmaschine auf das Blog stießen. Andere deutschsprachige Blogger verzeichnen ähnliche Besucheranstürme, wie die Seite «counter.blogscout.de» zeigt.

Das peinliche Video suchen Internet-Nutzer auf vielen der Websites allerdings vergeblich – was schnell dazu einlädt, im nächsten Blog danach zu suchen.