28. Feb 2006 08:34
Weblogs spielen in den USA nur eine untergeordnete Rolle. Schuld daran ist das konservative Surf-Verhalten der Nutzer.
Über die Bedeutung von Weblogs wird viel diskutiert. Während in der Blogosphäre um die Aufmerksamkeit der Leser gekämpft wird, stagnieren in den USA die Leserzahlen. Der von den Bloggern erhoffte meinungsbildende Einfluss lässt demnach zu wünschen übrig. Einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Gallup zufolge lesen neun Prozent der amerikanischen Internet-Nutzer regelmäßig Weblogs, elf Prozent lesen sie gelegentlich, 13 Prozent selten.
Mit 66 Prozent der Befragten gaben jedoch eben so viele Internet-Nutzer wie im Vorjahr an, gar keine Blogs zu lesen. Damit liege die US-Blog-Leserzahl zwischen «null und negativ», so Gallups Resümee.
Laut Gallup verbringen die Nutzer zwar zunehmend mehr Zeit im Internet, nutzen diese aber immer für die gleichen Dinge, ohne Neues auszuprobieren. Dies belegt ein Ranking, bei dem Blogs auf dem letzten Platz der am häufigsten im Netz genutzten Aktivitäten landeten. Auf Platz eins des Rankings liegen E-Mails mit 87 Prozent, gefolgt von Nachrichten und Wetter, Einkäufen und dem Planen und Buchen von Reisen. Die Blog-Suchmaschine Technorati zählt derzeit weltweit rund 28 Millionen Weblogs. Eine Zahl, die sich alle fünf Monate verdoppeln soll. Aber nur die wenigsten Blog-Betreiber können damit auch Geld verdienen. Die Zahl der Leser lässt sich für ein Weblog vermutlich nur steigern, wenn ein bestimmter Service oder Nutzen für den Leser damit verbunden ist. Denn allein über das Leben des Betreibers zu lesen, wie es ein Großteil von Blogs anbietet, sei für ein breiteres Publikum offenbar nicht interessant, so Gallup. (nz)