netzeitung.de«MySpace» in der Kritik

 Herausgeber: netzeitung.de

Die populäre Jugend-Community-Website «MySpace» kommt nicht zur Ruhe. Nach Vorwürfen, sie sei ein Jagdgebiet von Pädophilen, kursierten Nutzer-Passwörter im Internet.

«MySpace» ist enorm populär. Der selbsternannte «Social Networking»-Anbieter hat nach eigenen Angaben über 50 Millionen meist jugendliche Mitglieder auf der ganzen Welt. Sie chatten miteinander, stellen Bilder ins Netz, führen Weblogs oder hören sich Musik an. Die große Popularität des Dienstes sorgte dafür, dass «MySpace» im vergangenen Jahr für mehr als eine halbe Milliarde Dollar an den Mediengiganten News Corp. verkauft werden konnte.

Der Deal dürfte dem Rupert Murdoch-Konzern inzwischen weniger gut schmecken. «MySpace» kommt in den USA aus den Schlagzeilen nicht heraus. Es gibt Fernsehberichte, die zeigen, wie leicht es für Vergewaltiger ist, an potenzielle Opfer zu gelangen, die zu viele Informationen über sich in dem Dienst veröffentlichen. Mehrere US-Schulen haben den «MySpace»-Zugriff für ihre Schüler gesperrt, weil sie den Dienst als Jagdgebiet von Pädophilen fürchten.

Außerdem machen weitere Horrorgeschichten die Runde - so sollen ältere Jungen junge Frauen vergewaltigt haben und der Mord an einer 14-Jährigen in New Jersey soll unmittelbar mit ihren «MySpace»-Aktivitäten zu tun haben.

Der Dienst reagierte, indem er seine Sicherheitseinstellungen verbesserte. So können die Profile von Jugendlichen unter 18 nur noch von ihren als solche gekennzeichneten «Freunden» angesehen werden. Unter 14-Jährige will «MySpace» sowieso nicht auf seine Seite lassen, kann gefälschte Geburtsdaten allerdings nicht kontrollieren. Weibliche «MySpace»-Mitglieder sind derweil mit ihren online gestellten Fotos nicht sehr zurückhaltend: Um innerhalb des «Freundesnetzwerkes» höhere Popularitätswerte zu erlangen, stellen sie sich oft aufreizend dar, obwohl davor explizit gewarnt wird.

Seit dieser Woche kämpft «MySpace» auch noch mit ganz anderen Angreifern: Eine gezielte «Phishing»-Aktion soll bis zu 7500 Accounts samt Passwörtern offengelegt haben. Eine Liste mit diesen Daten kursierte im Internet - so konnten Unbefugte Zugriff auf die Nutzerdaten von Fremden erhalten.


Für das Web ediert von Ben Schwan