netzeitung.deRegistrare protestieren gegen .com-Vertrag

 Herausgeber: netzeitung.de

Eine neue Regelung soll den Streit zwischen Icann und VeriSign um die .com-Domains beilegen. Die großen Registrare fordern von Icann jetzt eine grundlegende Änderung des Vertragsentwurfs.

Eine Gruppe von großen Registraren fordert grundlegende Änderungen am aktuellen Vertragsentwurf zur weiteren Vergabe der .com-Registry an VeriSign. Die gemeinnützige Organisation zur Koordination von Namen und Adressen im Internet Icann und das amerikanische Unternehmen VeriSign hatten kürzlich einen modifizierten Entwurf des Vertrags zur .com-Registrierung vorgelegt, den VeriSign als letztes und bestes Angebot bezeichnet.

Der Vertrag zwischen Icann und VeriSign soll nicht nur den weiteren Betrieb der .com-Registry durch VeriSign regeln, sondern zugleich alle rechtlichen Auseinandersetzungen zwischen Icann und VeriSign beilegen. Doch die Bedingungen, unter denen VeriSign auch weiterhin .com verwalten soll, stoßen auf erheblichen Widerstand. Das Unternehmen VeriSign betreibt die Top Level Domains .com und .net. Nachdem VeriSign im Jahre 2003 alle nicht existierenden Domainnamen unter .com und .net Domains zu einer VeriSign-Site umgeleitet hatte, wurde dem Unternehmen unlauterer Wettbewerb vorgeworfen von Icann eine Zurücknahme des Standardeintrags erzwungen.

Angst vor Preiserhöhung
Die sechs Unternehmen Network Solutions, Go Daddy, Tucows, Melbourne IT, Register.com sowie Schlund+Partner repräsentieren mehr als 25 Millionen registrierte Domains, darunter 57 Prozent der .com-Domains. Die Registrare kritisieren vor allem zwei Punkte der geplanten Vereinbarung: Zum einen fürchten sie unbegründete Preiserhöhungen, da VeriSign ihnen die Preise in den kommenden sechs Jahren bis zu vier Mal um sieben Prozent erhöhen dürfte, auch wenn die Kosten für VeriSign sinken. Zum anderen fordern sie zum Ende der Vertragslaufzeit eine erneute Ausschreibung der .com-Registry, denn andernfalls wären andere Unternehmen von einem Wettbewerb hier ausgeschlossen.

Mit diesen Forderungen wenden sich die sechs Registrare an ICANN-Chairman Vint Cerf, sowie das restliche ICANN-Board. Es könne durchaus sein, dass der aktuelle Vorschlag der letzte und beste von VeriSign ist, dies müsse für die ICANN aber nicht gelten, so die Registrare in einem offenen Brief. (Golem.de)