Netzeitung Logo
 
DruckenVersenden
 

US-Abgeordnete wollen Chinas Zensur bekämpfen

14. Feb 2006 09:54
Internet-Café in China
Bild vergrößern
China zensiert das Internet und verlangt dies ebenso von Firmen in dem Land. Abgeordnete in Washington wollen nun US-Unternehmen dazu zwingen, sich dem zu widersetzen.

Der US-Abgeordnete Chris Smith ist Vize-Chef des Ausschusses für Internationale Beziehungen. Bereits mehrfach hat er sich kritisch zur Internet-Zensur in China geäußert - nun will er mit einem Gesetz dafür sorgen, dass zumindest US-Firmen sich nicht mehr daran beteiligen können.

Mehr in der Netzeitung:
Laut einem Gesetzentwurf, den er derzeit erarbeiten lässt, soll es amerikanischen Internet-Firmen verboten werden, ihre Server in Staaten aufzustellen, die die Menschenrechte und Meinungsfreiheit nicht achten. So will Smith verhindern, dass die chinesischen Behörden Zugriff auf sensible Daten erhalten. In der Vergangenheit hatten Firmen wie Google, Yahoo und Microsoft mehrfach chinesischen Behörden geholfen, Internet-Dissidenten ausfindig zu machen oder Zensur-Filter installiert.

Anhörung angesetzt

Für Mittwoch ist im US-Repräsentantenhaus eine Anhörung angesetzt, bei der US-Firmen zu dem neuen Gesetz Stellung nehmen sollen. Die Zeitung «USA Today» berichtet, Smith wolle über den bisherigen Gesetzentwurf möglicherweise noch hinausgehen.

Demnach könnte es künftig auch Exportbeschränkungen auf Filter-Technologien geben, mit denen sich das Internet kontrollieren und Zugriffe auf bestimmte Seiten einschränken lässt. Diese Technologien sind jedoch in Ländern wie China, Nordkorea, Iran, Tunesien und andere schon längst im Einsatz. Die meisten wurden dort von US-Firmen installiert.

Echte Einschränkung

Smiths Gesetz könnte für sie allerdings eine echte Einschränkung bedeuten. So hat Google sich erst kürzlich entschieden, Server in China aufzustellen. Zuvor seien die Websites außerhalb des Landes in zehn Prozent der Zeit nicht erreichbar gewesen, hieß es. Außerdem sei die Google-Website äußerst langsam gewesen.

Firmen wie Yahoo, Google und Microsoft stehen bislang auf dem Standpunkt, dass sie in China gezwungen sind, ihre Angebote und Nutzer zu zensieren. Allerdings haben sie bereits an die US-Regierung appelliert, sich in bilateralen Verhandlungen mit Peking für eine Lockerung der Zensur einzusetzen. Smith Gesetz würde das lukrative Geschäft im rasant wachsenden chinesischen Markt für US-Internet-Firmen erschweren - und so den Handlungsdruck erhöhen. (nz)

 
Drucken
Versenden
  • Bookmark:
  • Mister Wong Webnews Yigg Linkarena Google My Space Del.icio.us Oneview Facebook Twitter
 
Zu weiteren Bildergalerien
Zu weiteren Bildergalerien
Zum Wissenstest

Alle Wissenstests

Live Top 5
netzeitung.de auf Ihrer iGoogle-Seite
Zum NZ-Tarifrechner
Immobiliensuche
Immobilien
immonet
Aus anderen Ressorts
  •  Berlin 21°
  •  Hamburg 16°
  •  Köln 21°
  •  Frankfurt 23°
  •  Stuttgart 18°
  •  München 18°
Sie müssen JavaScript aktiviert und Flash 8 installiert haben, um diese Seite in vollem Umfang nutzen zu können.
Anzeigen:
Zur Autogazette

Geschäftsführer: Robert Rischke | Chefredakteurin: Domenika Ahlrichs | Impressum | Datenschutz
NZ Netzeitung GmbH · Karl-Liebknecht-Str. 29 · 10178 Berlin · Tel.: 030 23 27 6840 · Fax: 030 23 27 6874
Alle Rechte © 2009 NZ Netzeitung GmbH
 
Vermarktung: DZH Online Media Sales Group GmbH
 
IT & Security by Procado
 
[ai:ti]-Quotes&Charts: IT Future AG
Quellen der Börsendaten: IT Future AG, Standard&Poor's Comstock Inc. und weitere.