06. Feb 2006 19:29
Bei Ebay werden in größerem Stil verbotene Neonazi-Artikel gehandelt. Nach kritischen Medienberichten will das Auktionshaus jetzt verstärkt dagegen vorgehen.
Ebay teilte mit, die Recherchen machten deutlich, dass weiterer Handlungsbedarf bestehe. Daher werde man bereits bestehende Maßnahmen, wie die ständige Durchkämmung des Angebots und die Zusammenarbeit mit externen Experten wie dem Verfassungsschutz, ergänzen. Da ein großer Teil der Angebote über die ausländischen Ebay-Marktplätze nach Deutschland gelange, solle künftig die Ebay-interne Zusammenarbeit auf internationaler Ebene forciert werden.«Ebay toleriert in keiner Weise Angebote, die Hass, Gewalt oder Rassenintoleranz fördern oder verherrlichen», stellte das Internet-Auktionshaus klar. Prinzipiell ist es bei Ebay verboten, «Artikel anzubieten, die den Nationalsozialismus oder extremistisches und/oder verfassungsfeindliches Gedankengut verherrlichen oder verharmlosen», wie es in den Grundsätzen heißt.
Kritik kam auch vom früheren RTL-Chef Helmut Thoma, der sich im Verein gegen Missbrauch in Internet (naiin) engagiert. Zwar sei es durchaus möglich, dass «hier und da mal ein Einzelfall durchrutschen kann», erklärte er. «Aber das ist ja offenbar durchaus schon ein nennenswerter Bereich, der ganz einfach nicht durchrutschen darf.» Der Rechtsextremismusforscher Hajo Funke sagte dem Vorabbericht zufolge: «eBay ist offenkundig ein wichtiges Vermittlungsinstrument für Neonazis geworden.» (nz)