netzeitung.deJüdisches Webmagazin gehackt

 Herausgeber: netzeitung.de

Das jüdische Internet-Magazin Hagalil ist offline. Der Autor hat Hinweise auf einen Zusammenhang mit der Kontroverse um die Mohammed-Karikaturen in einer dänischen Zeitung.

David Gall versucht seit Jahren mit Hagalil in Deutschland über das Judentum und Israel zu informieren und Antisemitismus-Arbeit zu leisten. Seit Donnerstag allerdings ist das Magazin nicht mehr im Netz, der Server wurde gehackt.

Auf «hagalil.com» finden sich derzeit nur wenige Sätze und eine kurze Erklärung zu dem Vorfall. Gall hat nach eigenen Angaben Hinweise darauf, dass der Server von Islamisten angegriffen wurde - er geht davon aus, dass diese seinen Server hackten, weil er die umstrittenen Mohammed-Karikaturen einer dänischen Zeitung gezeigt hatte.

IP-Adresse in Katar
Dem Fernsehsender n-tv sagte er: «Die IP-Adresse, von der aus eine entsprechende Datei eingesetzt worden ist [um den Server zu hacken], alles Material auf dem Portal seit Donnerstagmorgen 5 Uhr führt nach Katar». Eine technische Panne schloss er aus.

Durch den Angriff seien auch Seiten wie «Klick nach Rechts» oder «Nazis im Internet» verloren gegangen, wo jeder Bürger neonazistische Vorfälle melden konnte, so Gall. Er sei noch nicht sicher, ob er für alles Sicherheitskopien besitze. Das Landeskriminalamt ermittelt bereits.

«Sehr alarmierend»
Er habe zwar die Karikaturen in «Jyllands Posten» nur «plump und dumm» gefunden, sagte Gall. Er selbst habe sich immer gegen Schwarz-Weiß-Malerei und die Polarisierung gegen Muslime gewandt. Er habe immer versucht, auf «Hagalil» keine Stimmung gegen Muslime zu machen. Aber die Art, wie die islamische Welt mit den Karikaturen umgehe, sei doch «sehr alarmierend».

«Es ist schon verrückt, welche Aggression da aufbricht, wenn z.B. im Jemen 150.000 Menschen auf die Straße gehen, nur weil eine Zeitung in Aarhus ein paar Karikaturen veröffentlicht. Die dürften kaum wissen, wo Aarhus liegt. Ich weiß es ehrlich gesagt auch nicht so genau.» (nz)