netzeitung.deMicrosoft plant iPod-Konkurrenten

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Apples iPod mini (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Apples iPod mini
Foto: dpa
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Microsoft will Apples Vorherrschaft bei tragbaren Musik- und Videospielern nicht länger hinnehmen. Das Unternehmen arbeitet US-Medienberichten zufolge an einem iPod-Konkurrenten.

Selbst Apple-Boss Steve Jobs glaubt, dass Microsoft die marktbeherrschende Stellung seines Unternehmens künftig direkt angreifen wird: «Microsoft wird ins Hardware-Geschäft einsteigen», sagte der Firmenchef gegenüber dem US-Blatt «Newsweek», «sie können das Gerät ja dann X-Player oder so nennen».

Die Hardware-Bemühungen des Software-Riesen könnten schneller Früchte tragen, als das Jobs lieb ist: Wie die «BusinessWeek» meldet, will Microsoft künftig nicht mehr nur Audio- und Video-Technik («Windows Media») an Dritthersteller wie Creative, Archos oder Samsung verkaufen, sondern erwägt die Einrichtung einer eigenen Portable-Player-Fertigung. Bislang fertigt Microsoft an Hardware nur seine Spielekonsolen Xbox und Xbox 360 sowie Zubehör wie Mäuse und Tastaturen.

Team sondiert Möglichkeiten
Vorerst existiert allerdings nur ein Team, das eventuelle Möglichkeiten sondieren soll. Die endgültige Entscheidung ist laut «BusinessWeek» bei Microsoft noch nicht gefallen. Sollte der Software-Riese sich für die Produktion eines iPod-Konkurrenten entscheiden, wäre dies auch das Eingeständnis einer Niederlage der bisherigen Strategie. Mehr als ein Dutzend Partner bauen «Windows Media»-kompatible Abspieler mit Audio- und Video-Funktion - gegen die Dominanz des iPod konnten sie bislang wenig ausrichten. Beim Microsoft-Partner Creative gingen laut letzter Finanzergebnisse gar die Gewinne zurück.

Möglicherweise wird das Gerät unter dem «Xbox»-Markennamen vertrieben, Xbox-Chef Peter Moore äußerte sich entsprechend gegenüber «BusinessWeek». Der Player könnte demnach auch über Videospielefunktionen verfügen. Damit würde das Gerät auch gegen Sonys «PSP» platziert, die neben seiner Spielefunktion auch Videos und Musik wiedergeben kann. Ob Microsoft mit seinem eigenen Player Geld verdienen würde, ist ebenfalls unklar - im Xbox-Geschäft schreibt die Firma nach Jahren noch rote Zahlen. Design und einfache Bedienung des iPod gelten ebenfalls als schwer kopierbar; die Nutzer gewöhnen sich schnell an die Geräte und wollen nicht mehr wechseln


Für das Web ediert von Ben Schwan