netzeitung.deMusik-Verlag unterstützt Tauschbörsen-Nutzer

 Herausgeber: netzeitung.de

Der größte kanadische Musikverlag will die Massen-Prozesse gegen Tauschbörsen-Nutzer stoppen. Er unterstützt nun eine Familie, die vom US-Musikverband verklagt wurde.

Der größte kanadische Musik-Verlag Nettwerk Music interveniert gegen eine Klage, die der US-Lobbyverband Recording Industry Association of America (RIAA) gegen Benutzer von Datei-Tauschbörsen eingereicht hat.

Geschäftsführer Terry McBride kündigte an, man werde die Familie Gruebel unterstützen, die wegen der Verletzung von Urheberrechten verklagt wurde. Sie soll mehrfach Musik illegal aus dem Internet heruntergeladen haben.

McBride sagte, «das Vorgehen der RIAA ist nicht im Interesse meiner Künstler». Klagen könnten nicht dazu dienen, Musiker zu fördern. «Die Klagen zerstören Kreativität und Leidenschaft und zerstören das Geschäft, das ich liebe.»

McBride: RIAA missbraucht das Recht
Seiner Ansicht nach missbrauche die RIAA das geltende Recht, so McBride. «Das Recht ist dazu da, jemanden zu schützen, nicht dazu, als Schwert geführt zu werden.»

In der Erklärung von Nettwerk Music heißt es, man habe sich dazu entschlossen, die Prozesskosten der Familie Gruebel zu übernehmen. Grund dafür sei unter anderem auch, dass sie von der RIAA wegen dem Herunterladen von Musik der Sängerin Avril Lavigne verklagt wurden - die in Kanada bei Nettwerk Music unter Vertrag steht.

Massenhaft Klagen
Die RIAA hatte in den vergangenen Monaten massenhaft Klagen eingereicht. In der Regel richten sich diese gegen Tauschbörsen-Nutzer, die die Musik lediglich zum privaten Gebrauch herunterladen. So auch im Fall Gruebel. Die RIAA hat der Familie deshalb angeboten, die Klage gegen eine Zahlung von 4500 Dollar einzustellen.

In Deutschland erwägt die Bundesregierung, für solche Fälle eine Bagatellklausel einzuführen. Auch hierzulande sind derzeit zehntausende Klagen gegen Tauschbörsennutzer anhängig - allerdings wurden sie wegen der illegalen Nutzung von Software verklagt. (nz)