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Filmlobby-Verband fertigte Raubkopie an

25. Jan 2006 12:31
Zerstörung von Raubkopien
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Die US-Filmlobby versucht seit Jahren, die illegale Vervielfältigung von Filmen zu stoppen. Nun sieht sie sich mit dem gleichen Vorwurf konfrontiert.

Der US-Filmlobby-Verband Motion Picture Association of America (MPAA) hat eingestanden, Raubkopien eines Dokumentarfilms angefertigt zu haben. Der Film «This Film Is Not Yet Rated» («Dieser Film hat noch keine Altersfreigabe») beschäftigt sich kritisch mit dem Altersfreigabe-System der US-Filmindustrie.

Produzent Kirby Dick hatte den Film eingesandt, um selbst eine Altersfreigabe zu bekommen. Zugleich hatte er per Mail explizit darum geben, dass davon keine Kopien angefertigt werden. Der Film sollte erstmals am heutigen Mittwoch auf dem Sundance Film Festival gezeigt werden. Über Mitarbeiter der MPAA erfuhr er vor wenigen Tagen, dass Kopien des Films existieren.

MPAA-Vize-Chef Kori Bernards sagte der Zeitung «Los Angeles Times», man habe Kopien angefertigt, weil der Film Auswirkungen auf die eigenen Angestellten habe. Die Filme-Macher hätten Mitarbeiter ausgespäht, ihren Müll durchwühlt und sie dabei gefilmt, wie sie ihre Kinder zur Schule bringen.

Klage gegen MPAA nicht ausgeschlossen

Dicks Anwalt Michael Donaldson kann trotzdem nicht nachvollziehen, weshalb gleich mehrere Kopien des Films angelegt wurden. Er forderte die MPAA auf, sämtliche existierende Kopien zurückzugeben.

Donaldson äußerte vor allem Unverständnis, weil die MPAA selbst hart gegen Raubkopierer und Dateitausch-Börsen im Internet vorgeht. Er kündigte an, er werde nun möglicherweise gerichtlich gegen den Verband vorgehen.

Mehr in der Netzeitung:

Harsche Kritik

Der Film dürfte innerhalb der MPAA für reichlich Diskussion gesorgt haben. Dick kritisiert in «Dieser Film hat noch keine Altersfreigabe», dass der Verband bei Kinofilmen mit sexuellem Inhalt sehr viel strenger urteilt als bei Gewalt-Szenen. Sexszenen mit Schwulen werden laut Dick sehr viel kritischer begutachtet als Sexszenen mit Heterosexuellen. Filme großer Studios würden außerdem leichter eine Altersfreigabe erhalten, als die Kinostreifen kleiner Produktionsfirmen.

Mehr im Internet:
Inzwischen hat Dick für seinen Dokumentarfilm eine Altersfreigabe erhalten. Er ist erst ab 17 Jahren freigegeben - weil er Sex-Szenen zeigt. (nz)
 
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