«Bürgerjournalismus» wird zum Gespräch
Weblogs sind nur der Anfang. Weil immer mehr Menschen immer mehr Informationen ins Internet stellen, hat sich die traditionelle Medienlandschaft bereits verändert, sagt der amerikanische Journalist Dan Gillmor.
Auf dem «Digital Lifestyle Day» in München sprachen er und andere Protagonisten der Szene über das, was sich im englischen Sprachraum bereits als «Citizen Journalism» etabliert hat. Gillmor sagte, er sei davon überzeugt, dass künftig immer mehr Menschen «Informationen sammeln, sagen was wichtig ist und ihre Meinung öffentlich machen».
Auch die Debatte um die Europäische Verfassung in Frankreich wurde von Bloggern wesentlich beeinflusst. Le Meur sagt, vor der Abstimmung in Frankreich hätten die meisten traditionellen Medien positiv über die Verfassung berichtet, die Blogger aber hätten die Stimmung in der Bevölkerung wesentlich besser wiedergegeben: Sie waren mehrheitlich gegen das europäische Verfassungswerk.
Le Meur selbst wurde während der Unruhen in Frankreich als erster Blogger von Innenminister Nicolas Sarkozy empfangen. Der wollte den Protagonisten kennenlernen und erfahren, wie Blogs funktionieren. Le Meur drehte ein Video von dem Treffen und stellte es ins Internet: Etwa 100.000 Menschen sahen es an.
Der Amerikaner Gillmor geht aber davon aus, dass «Bürgerjournalismus» nicht auf Blogs beschränkt bleiben wird. Im Internet werde es künftig immer mehr Zeitungen geben, die nur von Bürgern geschrieben werden, sagt er. Er selbst hat in Kalifornien die Zeitung «Bayosphere» gestartet, mit der er die Menschen dazu bringen will, selbst zu Journalisten zu werden. In Korea gibt es bereits ein ähnliches Netzwerk dort schreiben mehr als 40.000 Nutzer bei «Ohmy News».

