Nach Ansicht von Neumann haben sich Musikhörer und -käufer zudem zu Recht daran gewöhnt, einen legal erworbenen Tonträger für den privaten Gebrauch, etwa im Auto oder im Ferienhaus, zu kopieren: «Diese Erwartung ihrer Käufer sollten die Anbieter nicht enttäuschen.» Entscheiden könne dies aber letztendlich nur der Markt und nicht der Gesetzgeber.Als Lösung sieht Neumann «intelligente Systeme der digitalen Rechteverwaltung», die die Nutzung des Originals nicht beeinträchtigen. Wie dies gehen soll weiß Neumann aber nicht: «Wie die Ausgestaltung des technischen Schutzes letztlich aussieht, müssen die Unternehmen entscheiden. Das geltende und das künftige Urheberrecht muss den Unternehmen jedenfalls alle hierfür notwendigen Handlungsspielräume gewähren.»
In diesem Zusammenhang unterstützt Neumann auch den geplanten Auskunftsanspruch der Content-Anbieter gegen Provider. Der Staat sei gegenüber Rechteinhabern in der Pflicht, sagte er. Damit stellte er sich klar gegen eine Bagatellregelung, die rechtswidrige Urheberrechtsverletzungen in kleinem Maßstab straffrei stellt.
Neumann sieht zudem Bedarf an Regelungen für intelligenten Aufnahmesystemen, bei denen Inhalte über die «analoge Lücke» legal kopiert werden. (Golem.de)