19.01.2006
Herausgeber: netzeitung.de
Firefox-Logo
Foto: spreadfirefox.com
Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Die Entwickler des freien Browsers Firefox wollen eine neue praktische Funktion in die Software integrieren. Test-Anwender fühlen sich ausspioniert und sprechen von «Spyware».
Bislang ist es für Website-Entwickler reichlich schwierig zu verfolgen, auf welche Links die Nutzer klicken. Die Programmierer des Open-Source-Browsers Firefox wollten Abhilfe schaffen und entwickelten eine Ping-Funktion für die Software.
Websites können demnach künftig eine Meldung an den Webserver schicken, sobald sie angeklickt werden. Dazu muss lediglich das Attribut «ping» in den HTML-Code eines Links geschrieben werden.
Derzeit ist die Funktion nur in eine Version des Browsers integriert, die zur Entwicklung von Firefox 2.0 dient. Trotzdem ist die Kritik an dem Verfahren bereits groß.
Im Weblog des Firefox-Entwicklers Darin Fisher, der die neue Funktion beschreibt, häuften sich dutzende kritische Kommentare. Die Nutzer nannten das Ping-Verfahren «Spyware», schließlich gehe es niemanden etwas an, wohin man surfe.
Tatsächlich lässt sich die Funktion auch nicht über das Konfigurationsmenü des Browsers abschalten. Lediglich über eine Textdatei lässt sich die Einstellung ändern - für normale Nutzer wäre das kaum praktikabel.
Umfangreiche Analyse möglichUmgekehrt ist es heute jedoch bereits jederzeit möglich zu sehen, woher jemand auf eine Website kommt. Mit dem neuen Ping-Verfahren wäre es dann problemlos möglich, das Surf-Verhalten eines Nutzers auf einer Website umfangreich zu analysieren.
Eingeführt wurde das Ping-Attribut von der WhatWG, einem Zusammenschluss von Browser-Herstellern wie Mozilla, Opera und Apple. Sie wollen die Web-Standards ergänzen. Zwar sind die Firefox-Entwickler die ersten, die das Attribut übernommen haben, die anderen könnten dem Beispiel jedoch bald folgen.