13.01.2006
Herausgeber: netzeitung.de
Intel-Chips von Paul Otellini (r.) für Apple-Chef Steve Jobs
Foto: dpa
Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Intel ist enorm stolz darauf, Apple endlich als Chip-Kunden gewonnen zu haben. Der Computerhersteller nutzt diese positive Stimmung aus - und hat Spaß auf Kosten des Chip-Riesen.
Als Intel-Chef Paul Otellini am Dienstag auf die Bühne der Macworld-Messe in San Francisco trat, um zusammen mit Apple-Boss Steve Jobs die ersten Mac-Rechner mit Intel-Chip zu präsentieren, tat er dies nicht im gewohnten Anzug-Look. Stattdessen trat er in einem Reinraum-Overall mit weißen Handschuhen auf - dem so genannten «Bunny Suit», die Otellini leicht wie einen Hasen aussehen ließ. Der mächtige Intel-Boss musste, bevor er mit Jobs überhaupt reden konnte, erst einmal schwitzend und schnaufend seine Kopfbedeckung entfernen.
Hase OtelliniDie Idee für diesen von den versammelten Apple-Fans mit viel Heiterkeit bedachten Auftritt stammte, wie Intel inzwischen bekannt gab, nicht etwa von dem Chip-Riesen - nein, der Kunde Apple selbst hatte den Vorschlag gemacht, dem Intel, weiterhin sehr erfreut über seinen Deal mit einem so renommierten Unternehmen, brav zustimmte.
Apple nutzt den erst vor einem halben Jahr offiziell angekündigten Wechsel auf Intel-Chips offensichtlich, um auf Kosten des einstigen zähen Gegners aus der PC-Welt ein bisschen Spaß zu haben. Und das nicht nur mit Auftritten wie dem von Ottelini. Auch eine neue TV-Werbung, die auf der Macworld erstmals gezeigt wurde, hat ihren Spaß mit dem Chip-Giganten.
Intel-Chip freigelassen«Seit Jahren waren Intels Chips in PCs gefangen - langweilige kleine Kisten, die brav langweilige kleine Aufgaben erfüllten», so der Off-Sprecher zu Szenen aus einem Chip-Reinraum. Nun sei endlich Rettung da: Der Intel-Prozessor werde befreit und dürfe endlich «im Mac leben»: «Stellen Sie sich nur einmal die Möglichkeiten vor!»
Auch mit diesem Spot trieb Apple lässig Schabernack: Wie eine Intel-Managerin angab, habe Intel zwar bei der Erstellung des fürs Fernsehen gedachten Spots mitgeholfen, das Endresultat jedoch erst kurz vor der Vorstellung gesehen: «Es ist wahrscheinlich gut so, dass wir es nicht früher wussten», so die Intel-Managerin, die klarzustellen versuchte, dass man seine bisherigen Kunden keineswegs als «langweilig» bezeichnen würde.