13. Jan 2006 13:12
Hacker haben zum wiederholten Mal die interne Software der tragbaren Spielekonsole Sony PSP geknackt. Diesmal bedienten sie sich eines Fehlers im populären Actiongame «GTA».
Wenn das Playstation-Portable-Spiel «Grand Theft Auto: Liberty City Stories» (kurz: «GTA») in den nächsten Wochen eine unerwartete Verkaufszunahme erfährt, hat das womöglich einen ganz bestimmten Grund: Hackern ist es gelungen, nun auch die jüngste Systemsoftware der tragbaren Spielekonsole zu knacken, in dem sie einen Fehler in dem Actiongame ausnutzten.Wie mehrere PSP-Szeneseiten im Internet berichten, können nun auch mit der aktuellen PSP-Firmware 2.60 erstmals eigene Programme ausgeführt werden - obwohl sie Sony doch extra als Hackerschutz herausgebracht hatte. Ein erstes Programmbeispiel präsentierte Hacker «Fanjita» stolz auf seiner Homepage: Ein vorerst noch einfaches Tetris-Spiel. Künftig sei es jedoch möglich, mit jeder Playstation Portable-Firmware eigene Programme abzuspielen, frohlockte der Hacker: «Das ist ein historischer Moment.»
Um auf die Konsole zu gelangen, veränderte der Hacker einen Spielstand für «GTA» so, dass das Spiel die Ausführung von Programmen erlaubt. Mit dem Hack ist es möglich, so genannte «Homebrew»-Programme zu nutzen. Diese werden von zahlreichen Entwicklern meist kostenlos im Internet verbreitet - neben Spielen und Anwendungen sind es vor allem Emulatoren für ältere Spielesysteme, die sich dann auf der PSP nutzen lassen.
Wirklich schlimm für Sony ist der Hack zunächst nicht: Das Abspielen von Raubkopien soll nicht möglich sein. Dennoch dürfte der Anbieter mit einer weiteren Firmware-Version Manipulationsmöglichkeiten auszuschließen versuchen - die Firma will unbedingt die Oberhand über ihr Gerät behalten. Laut Hackerkreisen laufen inzwischen bis zu 80 Prozent aller «Homebrew»-Programme auf aktuellen Firmwareversionen, die dies laut Sony nicht zulassen sollten.