06.01.2006
Herausgeber: netzeitung.de
Microsoft betreibt das größte Blogger-Portal im chinesischen Internet. Nun sieht sich der Konzern mit harscher Kritik konfroniert.
Der Softwarekonzern Microsoft hat am Donnerstag eingestanden, das private Weblog eines chinesischen Dissidenten gelöscht zu haben. Zhao Jing hatte unter dem Pseudonym Michael Anti im MSN-Blogger-Portal «MSN Spaces» teilweise kritisch über die chinesische Regierung geschrieben - die nun offenbar bei MSN intervenierte.
Zhao sagte der asiatischen Nachrichtenagentur XFN, «zuerst wurden drei Artikel von mir über die Zeitung Peking News gelöscht». Wenig später sei sein Blog komplett aus dem Netz genommen worden. «MSN Spaces hat alle meine Artikel gelöscht, ich habe kein Backup und bin darüber äußerst verärgert», so Zhao.
Blogger weltweit hatten das Vorgehen von Microsoft massiv kritisiert. Dessen Service «MSN Spaces» ist mit Abstand das meistgenutzte Blogger-Portal in China.
Ein Sprecher von Microsoft sagte, man habe sich lediglich an die nationalen chinesischen Gesetze gehalten. Dies tue man auch in anderen Ländern. «Die meisten Länder haben Gesetze und Praktiken, die Provider anhält, das Internet die Nutzer sicher zu machen. In einigen Ländern, wie in China, muss man etwas spezielle Dinge beachten.» (nz)